Resolution der Studierendenschaft der TU Braunschweig zum „Deutschlandseminar“ der Burschenschaft Thuringia.

„Wir als Studierendenschaft sehen uns der kritischen Wissenschaft verpflichtet. Das bedeutet unbequeme Meinungen auszuhalten, den Blick über den Tellerrand gleiten zu lassen und strittige Thesen auf Richtigkeit zu prüfen. Dennoch gibt es unantastbare Werte, die von einer Universität wie auch ihrer Studierendenschaft getragen werden müssen. Diese Werte basieren auf dem Grundkanon einer reflektierten und weltoffenen Wissenschaftlichkeit, die Ihre Niederschrift in §2 der Grundordnung der TU Braunschweig findet: „Die TU Braunschweig setzt sich bei ihrer Aufgabenerfüllung und universitären Arbeit für eine Gesellschaft ein, die frei ist von Diskriminierung, Rassismus, Volksverhetzung und Sexismus.“

Das anstehende „Deutschlandseminar“ der Burschenschaft Thuringia am 1.7.2017 steht mit dem geplanten Programm gegen diese Werte. Es wurden Redner eingeladen, welche teils extrem rechte Vergangenheiten besitzen oder noch heute aktiv in solchen Kreisen sind, ohne entsprechende Vertreter_innen anderer Positionen zu Wort kommen zu lassen. Wenn niemand bereit ist, sich gegen solche Redner zu stellen, wäre eine logische Konsequenz gewesen, dieses Seminar abzusagen. Ein gedanklicher Austausch und Reflexion verschiedener Standpunkte zu diesem politischen Thema ist damit nicht mehr gegeben und die eingangs skizzierte kritische Wissenschaftlichkeit verletzt.

Dass es keinerlei Einsicht von Seiten der Burschenschaft Thuringia dahingehend gibt und diese zugleich auch kein Problem damit hat, aktive Neo-Nazis zu der Veranstaltung zuzulassen, verurteilen wir als Studierendenschaft diese Veranstaltung und fordern eine Absage des Seminars.

Deshalb  rufen wir alle Student*innen, Professor*innen, Dozent*innen und Mitarbeiter*innen auf, mit uns gemeinsam dieser Forderung Nachdruck zu verleihen.

Die Universität ist ein Platz der Wissenschaft und kein Platz für Ideologien!

Wer die Resolution unterschreiben möchte, möge eine kurze Nachricht an asta@tu-bs.de schicken.

Erstunterschreibende:

Studierendenschaft der Technischen Universität Braunschweig

Gremien/Vereinigungen:

Studierendenparlament der TU,

Allgemeiner Studierendenausschuss,

Bunte Fachschaftenliste,

DIE LISTE TU Braunschweig,

durchgedreht24,

Fachgruppe Biotechnologie,

Fachgruppe Mathematik,

Fachgruppe Sozialwissenschaften,

Fachschaft der Carl-Friedrich-Gauß-Fakultät,

Kooperationsstelle Hochschulen – Gewerkschaften Region SON an der TU Braunschweig,

Verein Deutscher Studenten Braunschweig (VDSt Braunschweig)

Prof. Dr.-Ing. Christian Hühne (Leiter des Instituts für Adaptronik und Funktionsintegration),

MdP Clemens Raddatz (Bunte Fachschaftsliste),

Dana Tholen (Institut für Sozialwissenschaften),

Derk Trei (Institut für Sozialwissenschaften),

MdP Jana Brettin (Bunte Fachschaftenliste),

MdP Janine Könitz (Bunte Fachschaftenliste),

MdP Johannes Starosta (Bunte Fachschaftenliste),

MdP Jule Inja Jäger (Bunte Fachschaftenliste),

Konrad Lind (AStA-Vorstand),

Präsident des Studierendenparlaments Laurenz Raddatz (Liste Biotechnologie),

MdP Lisa-Marie Brause (Maschbau),

MdP Liv Rittmeier (Institut für Adaptronik und Funktionsintegration),

MdP Luis Fernández Laser (Maschbau),

Marc Jäger (AstA-Vorstand),

Marco Brysch (Institut für Adaptronik und Funktionsintegration),

Marianne Putzker (Kooperationsstelle Hochschulen – Gewerkschaften),

MdP Maximilian Hahn (AStA-Vorstand, Die LISTE TU Braunschweig)),

Melanie Nowak (Institut für Angewandte Pflanzenbiologie),

Viezepräsidentin des StuPa Mimi Lange (Die LISTE TU Braunschweig)),

Nils Gräfer (AstA-Vorstand),

Petra Wiesinger (AStA-Vorstand),

MdP Philip Bugarski (Löwen),

MdP Philip Senkpiel (Bunte Fachschaftenliste),

MdP Phillipo Bauer (Bunte Fachschaftenliste),

MdP Sören Meier (Die LISTE TU Braunschweig),

MdP Stefan Czybik (AstA-Vorstand, Bunte Fachschaftenliste),

Stefanie Böhm (Kooperationsstelle Hochschulen – Gewerkschaften)

 

Beitragsordnung zum Wintersemester 2017

In der 4. ordentlichen Sitzung des Studierendenparlament am 29.5. die Beitragsordnungänderungen für das kommende Semester verabschiedet. Dabei wurde wurde diesmal verhältnismäßig viel geändert. Damit Ihr den Durchblick behaltet hier die Übersicht, wie sich der Beitrag im WiSe 2017/18 zusammensetzt und was geändert wurde:

Allgemeiner studentischer Haushalt 8,00 € Senkung um 1,50 Euro (Auslagerung des Kulturtickets und allgemeine Senkung aufgrund aktuell hoher Studierendenzahlen
Hilfsfond für in Not geratene Studis 3,00 €
Sportreferat 1,50 € Senkung um 1€ um Rücklagen abzubauen, und da der Sportbus nicht mehr vorhanden ist.
Fahrrad und Verkehrs-AG
Fahrradselbsthilfewerkstatt
2,00 €
Semesterkarte VRB 70,00 € Bus und Bahnfahren im Verkehrsverbund Braunschweig wird leider 5€ teurer
Semesterticket: Bahnticket (DB u.a.) 95,07 € Auch das Bahnfahren in Niedersachsen wird leider um 8,68€ teurer, dafür aber voraussichtlich nächstes Semester günstiger.
Kulturticket 2,00 € Als neuer Posten hinzugekommen.
Insgesamt studentischer Haushalt: 181,57 €
Studentenwerk 100,00 €
Verwaltungsgebühr (TU / Land Nds.) 75,00 €
Gesamtsumme Semesterbeitrag: = 356,57 €
Dazu kommen unter Umständen die Langzeitstudiengebühren (nach Regelstudienzeit plus 6 Semester): 500,00 €

Beim Immatrikulationsamt findet Ihr weitere Informationen.

Studiengebühren für Internationale Studierende

Simon Müller – CC BY 2.0

Anfang Mai hat der Landtag in Baden Württemberg Studiengebühren für nicht EU-Studierende beschlossen. Ab dem kommenden Wintersemester müssen in Baden-Württemberg Studierende die aus dem nicht EU-Ausland kommen 1500€ pro Semester an Studiengebühren bezahlen. Nun hat am vergangenen Freitag die kommende Landesregierung in NRW in Ihren Koalitionsverhandlungen auch auf Studiengebühren für Studierende aus dem nicht EU-Ausland verständigt. Wir beobachten diese Schritte mit großer Sorge und sehen in den bald erhobenen Gebühren eine klare Diskriminierung von Menschen aus dem nicht EU-Ausland.

Klare Worte findet dazu der AStA der Universität Köln in einer eigenen Pressemitteilung: „Gerade Studierende aus Nicht-EU-Staaten haben schon jetzt genügend Probleme und Herausforderungen. Sie dürfen aufgrund strenger Gesetze – zumindest teilweise – nicht arbeiten und können so nur schwierig ihren Lebensunterhalt in der Bundesrepublik bestreiten. Durch die Einführung von Studiengebühren wird diese Problematik noch verschärft.“

Wir werden den Prozess kritisch beobachten und hoffen auf klare Signale von den Parteien in Niedersachsen gegen so eine Entscheidung; Auch über den Wahlkampf zur Bundestagswahl hinaus. Eine solche Entwicklung ist ein klarer Rückschritt und öffnet Tür und Tor für eine Zweiklassengesellschaft unter Studierenden.

festival contre le racisme 2017

Wie in jedem Jahr veranstaltet auch dieses Jahr das Asta der TU-Braunschweig wieder Aktionen im Rahmen des festival contre le racisme.
In diesem Jahr lautet die Devise, möglichst schon bestehende Strukturen zu nutzen umso möglichst viele Studierende zu erreichen.
Begonnen wird mit einem informativen Vortrag im Rahmen der wöchentlichen Veranstaltung der Gauß Frieds. Dieser findet am 13.06.2017 im Gauß Haus statt. Hier wird besonders Bezug auf die international Studierenden genommen.
Am Mittwoch, dem 14.06.2017 findet zwischen 11 Uhr und 14 Uhr eine Fotoaktion gegen Rassismus in der Mensa 1 statt. Bei dieser Aktion haben die Studierenden die Möglichkeit, sich dabei fotografieren zu lassen, wie sie eine Banane essen, in Anlehnung an die antirassistische Bananen Aktion vom April 2014. Diese Bilder werden zu einer Collage zusammen geschnitten und an der TU-Night vorgestellt.
Eine weitere Aktion findet am Donnerstag, dem 15.06.2017, ebenfalls im Gauß Haus statt und bietet den Studierenden die Möglichkeit sich in freundschaftlicher Atmosphäre mit anschließenden DJ Unterhaltung, auszutauschen und neue Erfahrungen mit andern Kulturen zu sammeln.
Ein Abschluss findet das diesjährige festival contre le racisme mit der Präsentation der Collage an der TU-Night.
Auf ein Solidarisches miteinander!
Das Referat der international Studierenden, Referat für internationales, Gaußfreunde e.v. und das Antirassismusreferat.

Update: Evaluation des Kulturtickets

Update:

Wir haben nun auch neue Zahlen vom Staatstheater bekommen. Bisher wurde das Kulturticket bis zum 29.5.17 6726 mal genutzt. Wir hoffen, dass das Kulturticket auch weiterhin intensiv genutzt wird.

Seit nun 8 Monaten gibt es inzwischen das Kulturticket, womit ihr bisher für 1€ Beitrag das ganze Semester Veranstaltungen des Staatstheaters besuchen könnt. Mit der Kulturticketumfrage hatten wir auch eine Evaluation des bisherigen Tickets gemacht, hier nun die Ergebnisse.

Wie häufig hast du das Kultursemesterticket bisher genutzt?
1: 1 263 (14%)
2: 2-5 654 (36%)
3: 6-10 229 (13%)
4: über 10 104 (6%)
5: gar nicht 582 (32%)
Wie zufrieden bist du mit dem Kultursemesterticket?
1: Sehr zufrieden 1054 (57%)
2: Eher zufrieden 254 (14%)
3: Teils teils zufrieden 41 (2%)
4: Eher unzufrieden 18 (1%)
5: Sehr unzufrieden 65 (4%)
6: Weiß nicht 90 (5%)
7: Keine Angabe 316 (17%)

Insgesamt ist ein Großteil der 1838 Studierenden, welche die Zufriedenheitsfrage beantwortet haben sehr zufrieden mit dem Kulturticket, worüber wir uns sehr freuen und hoffen, dass es genau so erfolgreich weiter geht. Wie es nächstes Semester genau weiter geht, werden wir veröffentlichen sobald alle Verhandlungen abgeschlossen sind.

Podiumsdiskussion zu Diskriminierung

Wird Brauchschweig erste Stadt in der Bundesrepublik, wo es keine offensichtliche rassistische Diskriminierung  in Diskotheken gibt?

Podiumsiskussion
31.05.17 um 19 Uhr, SN 19.1, TU Altgebäude

Stellungnahme, Bericht „Heute nur Stammgäste“
& Aufruf für das festival contre le racisme „Weltoffene clubs“

Bericht des Bundes Verband ausländischer Studierender (BAS)
Maimouna Ouattara (Sprecherin)
Maurice Mwizerwa (AStA Referent für Geflüchtete)
Younouss Wadjinny (AStA Referent für Integration,  kulturellen Austausch und Antidiskriminierungsarbeit)
Wirtschaft Informatik Institut : Herr Alexander Perl

Podium aus dem Rat der Stadt Braunschweig
CDU:  Herr Thorsten Wendt
SPD:  Frau Tanja Pantazis
Grüne: Frau Dr. Elke Flake
FPD:  Herr Mathias Müller
Linken: Herr Udo Sommerfeld
BIBs:  Frau Astrid Buchholz
P2:  Herr Max Hahn

Locomore Insolvenz

In der Semesterticketumfrage 2017 hatten 53% von euch die Züge der Locomore auf der Strecke von Wolfsburg nach Berlin in das Semesterticket gewählt. Allerdings musste das Unternehmen am 11.5. Insolvenz anmelden. Dadurch ist im Moment unklar, wie es mit dem Unternehmen weiter geht und daher war es bis heute nicht möglich einen entsprechenden Vertrag für das Semesterticket auszuarbeiten. Daher können wir euch für das nächste Semester (WS 2017/18) leider doch kein Semesterticket bis nach Berlin anbieten. Wir hoffen allerdings, dass das Insolvenzverfahren positiv verläuft und wir werden weiterhin mit Locomore in Kontakt bleiben um euch gegebenenfalls zum nächstem Sommersemester ein Ticket anbieten zu können.

Offene Antwort auf die Stellungnahme der Burschenschaft Thuringia

Offene Antwort auf die Stellungnahme der Burschenschaft Thuringia zu unserer Pressemittelung „Deutschlandseminar als Vernetzungort der Neuen Rechten?!

Wir als Allgemeiner Studierendenausschuss begrüßen es, dass sich die Burschenschaft Thuringia zu unserer klaren Kritik des von ihr veranstalteten Deutschlandseminars äußert. Leider sehen wir nach Auseinandersetzung mit ihrer Stellungnahme unsere Bedenken bestätigt und in keinster Weise widerlegt. Um dies klarzumachen, werden wir hier die Aussagen der Thuringia aufführen und welche Probleme dabei bestehen bleiben.

Zu erst möchten wir über unsere Beweggründe für die Organisation des diesjährigen Seminars berichten, welche nicht wie behauptet darin lagen „an der Universität einen Ort der Vernetzung für Angehörige der Neuen Rechten und Rechtsextremen zu schaffen.“ sondern möchten wir Interessierten, dem humboldtschen Bildungsideal folgend, ein Forum zur politischen Diskussion und Weiterbildung zur Verfügung stellen, und freuen uns über Teilnehmer aus allen politischen Lagern, damit im Anschluss an die Vorträge eine angeregte Diskussion stattfinden kann.“

Die Konzeption des Seminars ist von der Thematik, den Referenten, dem Rahmenprogramm und den geduldeten Gästen eindeutig kein politisches Forum für verschiedenste Menschen, sondern ein klares Vernetzungselement. Wir werden persönlich anwesend sein, um diesen Eindruck zu bestätigen oder zu widerlegen, momentan sehen wir die Behauptung als einen schwachen Versuch, den klaren Vorwürfen den Wind aus den Segeln zu nehmen.

„An dieser Stelle möchten wir kurz auf die Definition des Rechtsextremismus laut der Bundeszentrale für politische Bildung eingehen, in der für Rechtsextremisten generell gelte diese „lehnen die freiheitlich-demokratische Grundordnung ab und wolle − auch unter Anwendung von Gewalt − ein autoritäres oder gar totalitäres staatliches System errichten,[…]“. Wir als Burschenschafter sehen uns in „ideologischer Kontinuität“ zu den Revolutionären von 1848 und den Freiheitskämpfern der napoleonischen Kriege; die burschenschaftlichen Grundsätze stehen diametral zu einer rechtsextremen Einstellung, weshalb wir Rechtsextremismus entschieden ablehnen.“

Eine Positionierung gegen rechtsextreme Tendenzen ist für uns schwierig bei einer Burschenschaft, welche der „Deutschen Burschenschaft“ vorsitzend ist. So urteilt der Verfassungsschutz aus Hamburg im Jahr 2014; „Die Entwicklung zeige nach Ansicht des Verfassungsschutzes, dass „in erster Linie liberal-konservative Burschenschaften“ austräten „und den in der BG organisierten, zum Teil rechtsextremistisch beeinflussten Bünden innerhalb der DB das Feld überlassen“ würden.“

Ein klares Bekenntnis gegen Rechtsextremismus wäre ein Austritt aus diesem Dachverband, statt den Vorsitz einzunehmen.

Zu unseren Referenten möchten wir anmerken, dass die dargebrachten Ausführungen über die Gesinnung unserer Gästelediglich auf dem Trugschluss der Kontaktschuld beruhen, und nicht auf konkreten Hinweisen. Die Redner wurden von uns bewusst so gewählt, dass diese auch „unbequeme“ bzw „verfemte“ Meinungen vertreten, welche oft aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen werden. Letztendlich kann man seine Meinung nur bilden, indem man sich auch mit konträren Meinungen auseinandersetzt.“

Eine Kontaktschuld klammert vollkommen die Vergangenheit und auch die aktuelle politische Arbeit der einzelnen Referenten aus, statt „Hinweisen“ lässt sich eine klare Kontinuität feststellen. Gleiches gilt für das Publikum der letzten Vorträge, bei denen eindeutig Personen aus dem politisch extrem rechten Spektrum anwesend waren. Hier Trugschlüsse zu unterstellen ist nur ein Versuch, unsere Urteilsfähigkeit in Frage zu stellen, ohne auf genannte Kritikpunkte an den Personen einzugehen. Im einzelnen:

Speziell möchten wir anmerken, dass jeder, der die Publikationen von Herrn Dr. Dr. von Waldstein gelesen hat, ihm nur schwer eine extremistische Einstellung vorwerfen kann.“

Die neusten Publikationen von Herrn Dr. Dr. von Waldstein lassen sich im Verlag Antaios finden [1]. Dort werden Werke veröffentlicht, die der Neuen Rechten zuzuordnen sind und gleichzeitig versuchen ebenso Leser_innen aus der extremen Rechten zu binden [2]. Dazu ist der Hauptverantwortliche dieses Verlags auch im neu-rechten „Institut für Staatspolitik“ aktiv. Dieses gilt als Think Tank dieser politischen Strömung und dürfte auch der Burschenschaft Thuringia bekannt sein, da dieses Institut in den „Burschenschaftlichen Blättern“, der Publikation der Deutschen Burschenschaft als Literaturempfehlung auftaucht. Wir sehen auch keine verharmlosende „Kontaktschuld“ durch eine Person, die in ihrem Leben mehrere hohe Ämter in den Kreisen der NPD inne hatte [3][4] und auch heute keine Scheu zeigt [5], die Verbindung in die rechte Szene zu pflegen. Eine Auseinandersetzung mit seinem neusten Werk „Metapolitik“ zeigt ein klares Andocken an rechte Ideologie und ebenso lobt es die „Identitäre Bewegung“.

Auch Herr Nagel hat das Verhalten einiger PEGIDA-Teilnehmer in Wien mit der Bezeichnung „Volldeppen“ öffentlich verurteilt.„

Herr Nagel mag einige Teilnehmer_innen von PEGIDA in Wien abgelehnt haben, zeigt aber seine politische Ideologie in verschiedensten Essays und Texten. Hier sei als Beispiel sein offener, biologisch begründeter Rassismus aufgeführt, den er erst in diesem Jahr im Artikel „Gentest: Einhundert Prozent Europäisch“ zur Schau stellt. Letztgenannter Artikel wurde im rechten Internetmagazin „Blaue Narzisse“ veröffentlicht, ebenfalls bekannt als Quelle in den „Burschenschaftlichen Blättern“. [6]

Und die Tatsache, dass ein Anwalt, wie Herr Dr. Clemens, nicht dieselbe Einstellung wie sein Mandant haben muss, ist ebenfalls selbstverständlich.

Das ist eine Freiheit, die jedem Anwalt zusteht. Bedenklich bleibt die Vergangenheit und das politische Engagement von Dr. Clemens welches keinerlei Distanz offenbart. Hier sehen wird vor allem einen Versuch die Freiheit der Mandant_innen-Wahl als Argument zu bringen, um von den anderen politischen Tätigkeiten abzulenken. Für politische Akteure der NPD die Verteidigung zu übernehmen, bedeutet zugleich eine Partei zu unterstützen, welche laut Bundesverfassungsgericht „verfassungsfeindlich und wesensverwandt mit dem Nationalsozialismus sei“ [7].

Wir sehen deshalb die Sorge um eine rechtsextreme Einstellung unserer Referenten als unbegründet an.“

Wir als AStA sehen diese weiterhin als begründet an. Die Auseinandersetzung mit den Vorwürfen gegenüber den Referenten fällt minimal aus und versucht nur auf simple Weise die Kritik abzuwehren, ohne sie zu widerlegen. Bei den politischen Aktivitäten der einzelnen Referierenden finden wir dies äußert dürftig, um von einem anderen Charakter der Veranstaltung, als dem einer rechten Vernetzung, zu überzeugen.

Die „Ideologische Kontinuität“ zu vorigen Seminaren ist definitiv gegeben und von uns gewünscht, wir sehen keinen Anlass zur Umbennenung dieser 14. Auflage des von uns veranstalteten Deutschlandseminares. Jedoch möchten wir hervorheben, dass bei den vergangenen Seminaren stets eine ausgewogene Auswahl an Rednern eingeladen wurden, exemplarisch dafür sei zum Beispiel das Seminar 2004 zu nennen an dem bekannte Politiker der SPD beziehungsweise der Grünen referierten, und im folgenden Jahr diskutierte ein christlicher Pfarrer mit einem islamischen Gelehrten.“

Wir sehen diese Auflistung als wenig überzeugend, da die Liste der kritischen Referierenden umso länger ist. Gerne können wir die kritikwürdigen Einstellungen der einzelnen Personen mit weiteren Details unterfüttern, aber wir gehen davon aus, dass dieses momentan nicht von Nöten ist. Es seien nur Personen wie Dr. G. Zehm, Dr. K.H. Weißmann, F. Uhle-Wettler, Professor E. Schlee, Professor Dr. K. Hornung genannt. Diese, da eine kurze Recherche im Internet ihren politischen Hintergrund offenbart. Wir haben uns auch in unserer Stellungnahme nicht weiter auf PMS Wolf bezogen, dessen künstlerische Ästhetik eine eindeutige politische Konnotation besitzt.

Die uns ebenfalls bewusste Einseitigkeit der diesjährigen Veranstaltung geht nicht auf einen Mangel an Initiative unsererseits zurück, sondern haben wir bis zum heutigen Tag noch keine Rückmeldung mehrerer eingeladener Organisationen, welche sich für Integration einsetzen, erhalten.

Wir bemühen uns deshalb weiterhin Referenten für bisher nicht auf dem Seminar vertretene Positionen zu finden.“

Da sich weder auf der Homepage des Deutschlandseminars, noch bei Facebook zu dem Seminar oder der Burschenschaft selber auch nur ein Hinweis darauf finden lässt, dass es einen Versuch gibt, dass Programm mit einer Gegenposition zu versehen, scheint diese Aussage eher als Feigenblatt. Bei der bisherigen Melange der Referenten können wir aber auch nachvollziehen, wenn einzelne Personen nicht bereit sind, sich dieser Wand an Ideologie entgegenzutreten.

In wie fern wir durch die Veranstaltung dieses Seminars die Werte der TU Braunschweig verletzt und die internationale Studierendenschaft herabgewürdigt haben sollen, ist uns nicht bewusst.

Zu der kritisierten Teilnahme einzelner Mitglieder der JN und Identitären Bewegung bei unseren öffentlichen Veranstaltungen möchten wir feststellen, dass die Kerneigenschaft einer öffentlichen Veranstaltung das Öffentlichsein ist, und unsere Türen deshalb an solchen Veranstaltungen jedem offen stehen.“

Wir sehen alle unsere Befürchtungen mit dem letzten Teil der Stellungnahme bestätigt. Es gibt mit diesem Seminar einen offenen Platz für Neonazis und andere Personen aus der extremen Rechten. Genau der größte Vorwurf wird damit nur bestätigt und es ist von großer Bedeutung dies kritisch zu begleiten. Die Thuringia öffnet ihre Tür für Faschist_innen und wir werden das nicht schweigend tolerieren.

[1] https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/reihe-kaplaken/15715/metapolitik.-theorie-lage-aktion

[2] Hajo Funke (unter Mitarbeit von Ralph Gabriel): Von Wutbürgern und Brandstiftern. AfD – Pegida – Gewaltnetze. vbb, Berlin 2016, ISBN 978-3-945256-64-0, S. 123.

[3] http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13514666.html

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Thor_von_Waldstein#cite_ref-1

[5] Alexander Häusler: Mut zur Wahrheit? Entstehungskontext, Entwicklung und gesellschaftspolitische Positionen der „Alternative für Deutschland“. Expertise im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes, erstellt vom Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus der FH Düsseldorf, Berlin 2014, S. 70.

[6] http://www.blauenarzisse.de/gentest-einhundert-prozent-europaeisch/[7] [7] [7] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/npd-bundesverfassungsgericht-verbietet-rechtsextreme-partei-nicht-a-1130311.html

Sommerakademie: Atomares Erbe, 2.-6. August

Das Anti-Atom-Referat unterstützt das Fachportal Atommüllreport bei der diesjährigen Sommerakademie:

Welches atomare Erbe hinterlassen wir künftigen Generationen? Dieser Frage soll eine interdisziplinäre Gruppe von StudentInnen und jungen WissenschaftlerInnen bei der Sommerakademie nachgehen. Ausgewiesene ExpertInnen geben eine Einführung in die Probleme bei Umgang und Lagerung radioaktiver Abfälle und zeigen berufliche Perspektiven auf.

Sommerakademie
Atomares Erbe – Herausforderungen für die nächste Generation“
2.-6. August
Bundesakademie für Kulturelle
Bildung e.V., Schlossplatz 13, 38304
Wolfenbüttel

Teilnahmebeitrag für Studierende:
ohne Übernachtung: 100€
mit Übernachtung im Doppelzimmer 200€

Da es sich bei der Akademie um eine Weiterbildungsmaßnahme handelt, hast du die Möglichkeit die Kosten der Tagung über verschiedene Wege erstattet zu bekommen

–> Wir helfen Dir bei der Finanzierung! Einfach melden unter: anti-atom-referat@tu-bs.de

weitere Infos:
http://www.atommuellreport.de/projekte/sommerakademie.html
http://www.atommuellreport.de/fileadmin/Dateien/bilder/Veranstaltungen/Sommerakademie_Flyer.pdf