Aktion „Sofa frei“ im Wintersemester 2014/15

Pressemitteilung des Allgemeinen Studentischen Ausschusses (AStA) der TU Braunschweig
Aktion „Sofa frei!“ des AStA… die Dritte! – Wohnungsnot in Braunschweig bleibt katastrophal – alles muss man selber machen
10.10.2014: Das dritte Jahr in Folge organisiert der AStA der TU Braunschweig unterstützt durch das Studentenwerk OstNiedersachsen eine Couchsurfing-Aktion, bei der die Solidarität der bereits hier wohnenden Studierenden und Bürger*innen dringend gefragt ist, um neuen Kommiliton*innen durch einen freien Sofaplatz oder Gästzimmer während ihre Wohnungssuche einen Schlafplatz zu ermöglichen. Über die „AStA_Exchange“-Plattform www.asta.tu-braunschweig.de/exchange/couchsurfing/ können Suchende und Anbietende nun bequem Kontakt zueinander aufnehmen, um ein Treffen zu vereinbaren.

Das Semester hat noch nicht angefangen, da sind die Wohnheime des Studiwerks schon an ihren Kapazitätsgrenzen und werden z.T. gerade saniert. „Wir haben erneut weit mehr als 1000 Interessierte auf unserer Warteliste und werden leider nicht allen einen Wohnheimplatz anbieten können“, erläutert Petra Syring, Sprecherin des Studentenwerks OstNiedersachsen. „Privatleute, die ein freies Zimmer zur Verfügung stellen möchten, können ihre Angebote gerne auch auf unserer Homepage www.stw-on.deunter der Rubrik Biete & Suche einstellen.“

Uns ist bewusst, dass wir mit dieser Soli-Aktion nur Symptome eines größeren Problems bekämpfen:
Seit Jahren wurde trotz steigender Studierendenzahlen kein zusätzlicher Wohnraum geschaffen. Nicht nur die Hochschulen sind chronisch unterfinanziert, sondern folgenreicherweise auch das Studentenwerk. Zwar wurde die Förderung durch das Land Niedersachsen jüngst um 1,8 Millionen Euro (fast 12,5%) erhöht, doch ist das in Anbetracht des Zusammenspiels aus geringer Eigenmittelquote, realitätsferner Kalkulation der Abschreibungsdauern und der akuten Sanierungsproblematik in den Wohnheimen bloß ein Tropfen auf den heißen Stein.

„Die Studierendenwerke brauchen sofort mehr Geld – insbesondere für bauliche Maßnahmen – und zwar durch ein Bund-Länder-Investitionsprogramm“ fordert Isabella Breeck vom AStA. „Die Unterfinanzierung darf nicht länger auf dem Rücken der Studierenden getragen werden, die nach Niedersächsischem Hochschulgesetz (NHG) eigentlich vom Studiwerk zu fördern wären. Eine Finanzierung durch Mieten und Mensapreise ist ausgereizt und nach der aktuellsten Beitragserhöhung befinden sich unsere Semesterbeiträge über dem Bundesdurchschnitt.“

Niko Janssen vom AStA informiert: „Für gute Studienbedingungen brauchen wir auch einen deutlichen Ausbau der Grundfinanzierung der Hochschulen, des Hochschulpaktes sowie der sozialen Infrastruktur für die Bereiche Wohnen, Essen und Beratungsangebote. Außerdem brauchen wir sofort mehr kostenlose Notunterkünfte.“

Rebecca Domke vom AStA appelliert: „Kurzfristig rufen wir insbesondere alle privaten Vermieter*innen auf, ihre verfügbaren Wohnungen beim AStA-Service zu melden sowie auf WG-Suchportalen einzustellen. Mittelfristig muss mehr bezahlbarer Wohnraum in Braunschweig geschaffen werden, z.B. über geförderte Neubauten von Wohnheimen in einem Programm der sozialen Wohnraumförderung.“

Nach mehreren Gesprächen sicherte uns der Präsident der TU, Dr.-Ing. Jürgen Hesselbach, bereits im Juli zu, zeitnah einen Termin mit dem neuen Oberbürgermeister, Ulrich Markurth, zu vereinbaren. Gemeinsam mit dem Studiwerk hoffen wir auf ein baldiges Treffen, um langfristige Lösungen zu entwickeln.

Für Fragen und O-Töne stehen wir unter asta@tu-braunschweig.de gerne zur Verfügung.