Resolution des Studierendenparlaments gegen Lebensmittelverschwendung auf Veranstaltungen der TU Braunschweig

Das Studierendenparlament der TU Braunschweig im WS 17/18 hat auf seiner 5. ordentlichen Sitzung am 8.01.2018 folgende Resolution verabschiedet:

„Das Studierendenparlament kritisiert den derzeitigen Umgang mit Lebensmitteln auf Veranstaltungen der TU Braunschweig und ruft dazu auf, hier mehr Verantwortungsbewusstsein zu zeigen und so eine Verschwendung zukünftig zu vermeiden. Dies bezieht sich sowohl auf Feierlichkeiten, Workshops etc., die zentral organisiert werden, als auch an dezentral von Fakultäten, Instituten oder auch von Fachschaften oder studentischen Initiativen organisierten Ereignissen.

Insbesondere anlässlich der Weihnachtsfeierlichkeiten, aber auch unabhängig hiervon, wurde wiederholt festgestellt, dass es keine Vorgabe der Universität für den Umgang mit Lebensmitteln gibt, die bei Veranstaltungen nicht verzehrt werden. Dementsprechend wurde häufig beobachtet, dass aufwendig und frisch zubereitete Speisen, kaum nachdem sie eine Stunde zum Verzehr auslagen, ohne Unterscheidung in den Restmüll entsorgt wurden. Hierbei wurden zu keinem Zeitpunkt alternative Verwendungsmöglichkeiten, wie etwa das Verteilen an die Gäste, das Spenden an eine gemeinnützige Organisation oder die schlichte Aufbewahrung in Erwägung gezogen. Dies zeigte sich sowohl bei zentralen Veranstaltungen, für die die Universität einen Cateringservice beauftragt hat, als auch bei dezentralen Veranstaltungen, wie beispielsweise Weihnachtsfeiern oder Disputationen, die von Mitgliedern des entsprechenden Instituts organisiert und ausgerichtet wurden.

Diese Praxis widerspricht einer zeitgemäßen ökologisch-nachhaltig orientierten Handlungsweise. Das Studierendenparlament sieht die TU Braunschweig daher in der gesellschaftlichen Pflicht, Verantwortung zu übernehmen und Alternativen aufzuzeigen. Sie sollte im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit nicht nur ökologische Problematiken von gesellschaftlicher Relevanz aufdecken, sondern im Sinne eines Transfers entsprechende Missstände auch in die Gesellschaft hineintragen und hierfür nachhaltige Lösungsansätze entwerfen und vorleben. Als zentraler Akteur in der Region kommt ihr dabei eine wichtige Vorbildfunktion zu. Dass sich diesbezüglich bereits einiges bewegt, beweisen diverse studentische Initiativen an der TU Braunschweig, die sich dem Thema Nachhaltigkeit und ökologischer sowie sozialer Innovationen verpflichtet sehen. Mit der unlängst beim Braunschweiger Klimapreis ausgezeichneten Initiative Foodsharing Braunschweig steht vor Ort sogar ein geeigneter Ansprechpartner bereit. Die non-profit Organisation verfügt über eine eigene Infrastruktur und kooperiert bereits erfolgreich mit der TU Braunschweig im Rahmen des Fairteilerprojektes in den Räumen des ehemaligen I-Amtes.

Um zukünftig die Lebensmittelverschwendung an der TU Braunschweig möglichst komplett zu vermeiden, zumindest aber drastisch zu reduzieren, würde sich das Studierendenparlament über die Initiative des Universitätspräsidiums freuen, eine Leitlinie zu formulieren, die Handlungsanleitungen für den richtigen Umgang mit nicht verzehrten Lebensmitteln auf Veranstaltungen vorsieht. Diese Leitlinie könnte in Rücksprache mit allen Statusgruppen sowie mit Experten aus der Praxis (zum Beispiel Foodsharing und den Studentenwerk) formuliert und an alle Fakultäten und Institute verbreitet werden, sodass in Zukunft der verantwortungsbewusste und nachhaltige Umgang auf entsprechenden Veranstaltungen sichergestellt werden kann.“