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Stellungnahme des AStA gegen die Veranstaltung „Ritter der Wüste“ der Burschenschaft Thuringia

Wir als Allgemeiner Studierendenausschuss der Technischen Universität stellen uns mit dieser Veröffentlichung erneut entschieden gegen die politische Ausrichtung der Burschenschaft „Thuringia“. Nicht erst seit dem Deutschlandseminar und der andauernden Mitgliedschaft im Bund „Deutsche Burschenschaft“, indem sie zeitweise auch den Vorsitz stellten, ist ihre politische Verortung klar. 
Nun soll am 26. Januar ein Vortrag von Regine Halm stattfinden, die bis zum Tod dessen die Frau des Wehrmachtssoldaten Günter Halm war. Dieser war in der 21. Panzerdivision, weitergehend dem Afrikorps aktiv und wurde zudem der jüngste Träger des Ritterkreuzes im Zweiten Weltkrieg. Der Vortrag „mit Diaschau“ und dem Titel „Ritter der Wüste“ strahlt bei der bisherigen Werbung keinerlei Kontextualisierung im Rahmen des Zweiten Weltkriegs aus und hinterfragt nicht, warum deutsche Soldaten zu vermeintlichem „Ruhm“ in Nordafrika kommen konnten, obwohl dies nur durch einen auf allen Ebenen geführten Angriffskrieg möglich gewesen ist. Eine Verherrlichung der Taten des Nationalsozialismus ist hierbei wahrscheinlich.
Dies bestätigt das bisherige Handeln und Denken der Burschenschaft Thuringia. Bereits zuvor gab es solche Zeitzeugen-Vorträge. So referierte in der Vergangenheit unter anderem Klaus Grotjahn, welcher in der SS-Division Nordland diente. Ende letzten Jahres wurde zudem ein Vortrag mit Benedikt Kaiser veranstaltet, welcher in der neurechten Zeitschrift „Sezession“ tätig ist und Bücher im Antaios-Verlag – zurzeit größter neurechter Verlag Deutschlands – veröffentlicht. Er war zuvor bei den „Nationalen Sozialisten Chemnitz“ organisiert und hat seine politischen Wurzeln in der rechtsextremen Szene Sachsens.
Die politische Eindeutigkeit dieser Veranstaltungen zeigt für uns, dass es in den Reihen der Burschenschaft Thuringia kein großes Umdenken gab und wir als Studierendenschaft weiterhin wachsam sein müssen, um eine noch stärkere Vernetzung der regionalen und bundesweiten rechten Strömungen aus neuer und extremer Rechten zu verhindern.
Ankündigungsplakat vor dem Haus der Burschenschaft Thuringia