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Umfrage zu Rassismus an unserer Uni liefert Anhaltspunkte für Status quo

Teilnehmende berichten von Rassismuserfahrungen – Aufruf zu Solidarität mit Betroffenen

Im Dezember 2018 haben wir als Antirassimusreferat des AStA eine Umfrage zum Thema „Rassismus an unserer Universität“ über die Onlineplattform Stud.IP durchgeführt. Alle Studierenden und Beschäftigten der TU Braunschweig mit einem Stud.IP Zugang waren dazu aufgerufen uns anonymisiert ihre Erfahrungen mit dem Thema Rassismus an unserer Universität mitzuteilen. Insgesamt beteiligten sich an der Umfrage 1258 Personen, für deren Geduld bei der Abfrage und die teilweise sehr konstruktiven Kommentare wir uns an dieser Stelle ausdrücklich bedanken möchten. Eine Übersicht mit allen Ergebnissen erreicht ihr über die Homepage des AStA und die Unterseite des Antirassismusreferats.

Ziel der Umfrage und Repräsentativität

Von den Ergebnissen der Befragung erhofften wir uns in erster Linie ein allgemeines Stimmungsbild zum Thema Rassismus an unserer Uni. Um eine möglichst große Vielzahl an Berichten zu Erfahrungen und Beobachtungen zu erhalten, wurden die Fragestellungen bewusst offen formuliert. Außerdem sollte über das Kommentarfeld Betroffenen sowie Zeuginnen und Zeugen die Möglichkeit gegeben werden, von ihren Erfahrungen zu berichten. Trotz der großen Zahl an Teilnehmenden können die Ergebnisse nicht auf die Gesamtheit aller Studierenden und Beschäftigten an der TU übertragen werden, da anzunehmen ist, dass sich in erster Linie Menschen mit Erfahrungen und/oder Bobachtungen zu rassistischer Diskriminierung zu einer Teilnahme an der Umfrage animiert fühlten, wodurch diese Gruppe im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Teilnehmenden vermutlich überrepräsentiert ist.

Viele machen „häufiger“ Erfahrungen/Beobachtungen zu Rassismus an der Uni

95 % der Teilnehmenden waren Studierende verteilt über alle sechs Fakultäten, wobei aus jeder einzelnen Fakultät mind. 100 Studierende teilnahmen. Die restlichen 5% setzten sich aus Lehrkräften und weiteren Beschäftigten der Universität zusammen. Unter allen Teilnehmenden antworteten 19% mit „Ja“ auf die Frage „Hast du schon mal Erfahrungen mit irgendeiner Art von rassistischer Diskriminierung an unserer Uni gemacht?“. Knapp die Hälfte der Menschen mit Erlebnissen zu rassistischer Diskriminierung waren selbst betroffen, während der andere Teil als Zeuge oder Zeugin dabei war. In den meisten Fällen handelte es sich laut Angabe der Teilnehmenden um „einmalige“ Erfahrungen/Beobachtungen (12 % aller Teilnehmenden). Während nur sehr wenige der Teilnehmenden bei der Regelmäßigkeit von Begegnungen mit rassistischer Diskriminierung „alltäglich“ auswählten (1%), machten über 100 Personen (10%) „häufiger“ Erfahrungen/Beobachtungen.

In den meisten Situationen ging die rassistische Diskriminierung von Studierenden aus. In den 26 Kommentaren, die Berichte über persönliche Erfahrungen oder Beobachtungen enthielten, wurden jedoch auch mehrfach rassistische Diskriminierungen durch Beleidigungen, ausgrenzende Gruppeneinteilungen oder eine herabwürdigende Art der Kommunikation durch Beschäftigte einzelner Institute beschrieben (weitere Beispiele findet ihr in den Umfrageergebnissen auf der Homepage des AStA und der Unterseite des Antirassismusreferats).

Ergebnisse verdeutlichen großen Handlungsbedarf für alle Beteiligten

Die Ergebnisse der Umfrage und Auswertung der Kommentare zeigen deutlich, dass leider auch unsere Uni nicht rassismusfrei ist und viele Menschen in ihrem universitären Alltag mit rassistischer Diskriminierung zu kämpfen haben. Für Leute, denen es schwer fällt die Präsenz rassistischer Diskriminierung an unserer Uni anzuerkennen, liefern die Umfrageergebnisse eindeutige Hinweise und verdeutlichen den enormen Handlungsbedarf. Während von offizieller Seite der Universität bedauerlicherweise weiterhin keine Unterstützungsstrukturen für Betroffene angeboten werden, möchten wir als Antirassismusreferat die von uns eingerichtete Meldestelle im kommenden Sommersemester weiter bekannt machen. Außerdem werden wir in weiteren Veranstaltungen für das Thema Rassismus an der Hochschule sensibilisieren und antirassistische Themenschwerpunkte setzen. Letztendlich ist es die Aufgabe von allen Menschen an der TU Braunschweig sich jeden Tag gegen Rassismus und andere Diskriminierungsformen einzusetzen und mit den Betroffenen zu solidarisieren. Denn nur so können wir einen diskriminierungsfreien Alltag für alle ermöglichen.

Euer Antirassismusreferat

Kontakt: asta-antirareferat@tu-braunschweig.de

Facebook: asta.antirareferat