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Internationale Studierende in Not: Beihilfe vom Bund nicht ernsthaft

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Die Coronapandemie wirkt sich auf Studierende in vielen verschiedenen Weisen aus, und dies ist bei internationalen Studierenden umso mehr der Fall. Vor Allem am Anfang war mit Rassismus zu rechnen, Präsenzveranstaltungen fallen aus, die eigene Wohnung eignet sich dem Lernen schlecht, der Nebenjob entfällt, die Unterstützung der Eltern ebenso, eine Rückkehr in das Heimatland ist nicht möglich. Um den vielen in finanzielle Not geratenen Studierenden zu helfen, stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen zinslosen Kredit über die KfW, sowie eine Nothilfe über die Studierendenwerke bereit. Das mag angemessen scheinen. Nicht aber, wenn man die eigentliche Lage vieler internationalen Studierenden aus Drittstaaten kennt. Nämlich, die Aushändigung der Aufenthaltserlaubnis zum Zweck des Studiums erfordert den Nachweis der Finanzierung. Dies erfolgt in der Regel über ein Sperrkonto, auf das 10 000 € eingelegt werden muss, und dessen Einrichtung selbst auch Geld kostet. An dieses Geld gelangen viele nur über Darlehen und Kredite. Dadurch starten viele internationale Studierende bereits verschuldet ihr Studium in Deutschland. Und nun dass sie in Not geraten sind, was hat Bundesministerin Karliczek zu bieten? Ein Kredit, der schließlich nur ein Jahr lang zinslos ist, und dessen Rückzahlung oft noch während des Studiums beginnt, und dieses mitten in einer Wirtschaftskrise, sowie eine Nothilfe, die nur ohne Nebenverdienst und bei Ausschöpfung der eigenen Mittel – die eben bereits aus geliehenem Geld bestehen – in Anspruch genommen werden kann, obwohl sie alleine zu einem ausgewogenen Lebensunterhalt nicht ausreicht! Das BMBF behauptet, es unterstütze internationale Studierende in der Coronakrise, schiebt sie aber in eine noch tiefere Schuldenfalle als die, in der sie sich schon befinden, gerade in Zeiten in denen diese auf sie zugehen wird. Das ist unakzeptabel. Der Wiederaufbau darf nicht auf Kosten der Studierenden stattfinden, umso weniger der internationalen Studierenden. Das Referat für internationale Studierende des AStA der TU Braunschweig schließt sich den Forderungen des Bundesverbands Ausländischer Studierenden und des Freien Zusammenschlusses von Student*innenschaften an eine Echte Unterstützung der internationalen Studierenden, die alle durch die aktuelle Krise besonders betroffen sind, an. Unsere Kommiliton*innen brauchen das dringend!

Das Referat für internationale Studierende

International students in need: no serious help from the Federal Government

The coronavirus pandemic affects students in many different ways, and international students not the least. Especially in the beginning, one had to deal with racism, presence lectures are cancelled, one’s home is poorly suited to studying, side jobs are lost, parents cannot provide financial support, returning home is not an option. To help students in need, the Federal Ministry of Education and Research is providing an interest-free loan through the KfW as well as a relief grant through the Studierendenwerke. Does that seem appropriate? Not if one knows the reality of the situation of international students from third-party countries. Indeed, obtaining a residence permit for studying purposes requires proof of sufficient financial means. This is usually done with a blocked account onto which the applicant has to deposit 10 000 € and the opening of which also costs money. Many only obtain the required amounts through loans. As a result, many international students begin their studies in Germany already in debt. Now that they are in need, what does minister Karliczek have to offer? A loan that is, in actuality, only interest-free during the first year and often due for repayment already before the end of the studies, all of which in the middle of a crisis, as well as a relief grant that one is eligible for only in the absence of any income and when all own funds – which already consist of borrowed money – are exhausted, even though it is not enough for sufficient living standards on its own! The BMBF claims it is supporting international students through the COVID-19 crisis, but in reality, it is pushing them into a debt trap even bigger than the one they already find themselves in, at a time when it will close down on them. This is not acceptable. Students, especially international students, should not have to foot the bill for the recovery. The Department for International Students of the TU Braunschweig General Students’ Committee joins the calls of the Federal Association of Foreign Students and the Freier Zusammenschluss von Student*innenschaften for proper support for international students, who are all particulary affected by the current crisis. Our fellow students need it now!

The Department for International Students