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Gegen das Vergessen – Familie Meyer

Dr. Heinz Meyer (1899 – 1987), Schleinitzstr. 1

Margarethe Wilhelmine Meyer, geb. Rössner (23.11.1898 – 1990), Schleinitzstr. 1

Margrit Meyer (26.8.1928 – 2009), Schleinitzstr. 1

Jochen Meyer (1930), Schleinitzstr. 1

Heinz Meyer wurde 1899 geboren und absolvierte ein Medizinstudium in Göttingen, Leipzig und München. 1925 promovierte er und konnte somit 1927 in Braunschweig seine eigene Praxis eröffnen. Diese befand sich in der Hildebrandtstr. 44.

Ebenfalls 1927 heiratete er Margarethe Wilhelmine (geb. Rössner). Sie wurde am 23.11.1898 in Berlin geboren. Zusammen zogen sie 1928 in die Siegfriedstr. 18. Im gleichen Jahr wurde ihr erstes Kind Margrit geboren. 1929 zogen sie um in die Hildebrandtstr. 44. In das Haus, in dem sich auch die Praxis befand. 1930 kam ihr Sohn Jochen zur Welt.

Als es am 1. April 1933 zu dem sogenannten „Judenboykott“ kam, bei dem die Nazis dazu aufriefen alle jüdischen Geschäfte, Arztpraxen und Kanzleien zu boykottieren, betraf dies auch Heinz Meyer.

Am 9.1.1935 zog die Familie um in die Schleinitzstr. 1.

1938 wurde allen jüdischen Ärzten die Ersatzkassenzulassung entzogen, was starke berufliche Nachteile mit sich brachte.

Während der Reichspogromnacht (9 bis 10.11.1938) verhaftete man Heinz und brachte ihn ins Gefängnis nach Wolfenbüttel. Von dort aus deportierte man ihn in das KZ Buchenwald. Dort wurde er von der Gestapo dazu aufgefordert Deutschland innerhalb der nächsten 4 Wochen zu verlassen. Am 7.12.1938 flüchtete er von Bremerhaven aus in die USA. Vier Monate später folgten auch Margarethe und die beiden Kinder, Margrit und Jochen. In den USA angekommen fehlten der Familie finanzielle Mittel, da 94% ihres Vermögens einbehalten wurden. Lediglich 423,59$ waren ihnen verblieben. Die finanzielle Situation wurde noch weiter dadurch verschlechtert, dass Heinz in den USA anfangs nicht als Arzt praktizieren durfte. Margarethe fand eine Anstellung als Dienstmädchen. Später konnte Heinz von einer kirchlichen Organisation in Virginia als Arzt eingestellt werden. Nach Kriegsende stellten die Meyers einen Antrag auf eine Rückerstattung ihres Vermögens, welchem 1952 auch stattgegeben wurde.

Heinz Meyer starb 1987 in den USA. 1990 verstarb auch Margarethe. Die Tochter der beiden, Margrit, verschied 2009 in Ontario, Kanada. Ob Jochen Meyer noch am Leben ist, ist nicht bekannt.

Recherche: Nibelungen-Realschule