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Antifaschismusreferat

Wir als Antifaschismusreferat sprechen uns gegen Faschismus und jede Form der Diskriminierung aus. Mit unseren Bildungs- und Diskussionsveranstaltungen möchten wir an der TU Braunschweig einen Beitrag leisten, die öffentliche Auseinandersetzung mit diesen Themen voranzutreiben und verborgene, diskriminierende Strukturen offenzulegen.

Kontaktieren könnt ihr uns unter: 
asta-antifareferat@tu-braunschweig.de
Sprechzeiten nach Vereinbarung

Nationalsozialistische Vergangenheit Braunschweigs: Das AOK-Gebäude

Hey Leute, heute wollen wir euch über einen Ort in Braunschweig informieren, der eine besondere Rolle in der nationalsozialistischen Vergangenheit Braunschweigs spielte.

Das AOK-Gebäude (Am Fallersleber Tore 3-4) wurde am 27. März 1933, nach Auseinandersetzungen mit einem anderen nationalistischen Wehrverband (den Stahlhelmen), durch die SA in Besatz genommen. Von da an wurde es von ihr verwendet, um politische Gegner*innen in Verwahrung zu nehmen und brutalen Misshandlungen auszusetzen.

Da es besonders in Braunschweig eine hohe Anzahl an Anhänger*innen oppositioneller Parteien gab, wurde hier besonders darauf geachtet den politischen Widerstand durch Einschüchterungstaktiken niederzuschlagen. Im Jahr 1933 kam es wiederholt zu gewalttätigen Razzien, bei denen die Unterstützer*innen gegnerischer Parteien verhaftet und anschließend im AOK-Gebäude festgehalten und gefoltert wurden.

Am 29. Juni 1933 veranstaltete die KPD in Braunschweig eine illegale Flugblattverteilung. Aus diesem Grund wurden erneut Razzien durch mehrere SS-Truppen durchgeführt. Da diese in Zivilkleidung waren, geschah es, dass zwei Truppen versehentlich aufeinander das Feuer eröffneten. Dabei wurde der SS-Mann Gerhard Landmann erschossen.

Der Unfall wurde genutzt, um die politische Verfolgung der Oppositionellen zu rechtfertigen, indem behauptet wurde, KPD-Anhänger*innen seien für den Tod Landmanns verantwortlich. Die daraufhin noch verstärkte Verfolgung der politischen Widerständler*innen wird als „Landmannwelle“ bezeichnet. Unterstützer*innen der KPD, welche mit dem Vorfall nichts zu tun hatten, wurden verhaftet und in das AOK-Gebäude gebracht und misshandelt.

Einen Tag vor dem Staatsbegräbnis Landmannskam es am 4. Juli zu den sogenannten „Rieseberg-Morden“. Da die Parole der Nationalsozialisten lautete „10 für einen“ (für einen getöteten Nationalsozialisten sollten zehn Kommunisten sterben), wurden zehn der unschuldig Inhaftierten zum Pappelhof bei Rieseberg gebracht und nach weiteren Folterungen ermordet. Bei der 1945 durchgeführten Exhumierung der Opfer fand man jedoch noch die Überreste einer elften Person, deren Identität nicht eindeutig geklärt ist.

Die Opfer der Rieseberg-Morde waren:

  • Behme, Herrmann
  • Bley, Julius
  • Grimminger, Hans
  • Heinemann, Kurt
  • Liesegang, Reinhold
  • Ludwig, Wilhelm
  • Römling, Walter
  • Schmidt, Gustav
  • Staats, Alfred
  • Steinfaß, Willi

Zusätzlich wird vermutet, dass das elfte nicht-identifizierte Opfer ein Student namens Ludwig Hirsch war.

Quelle: http://www.vernetztes-gedaechtnis.de/


Gegen das Vergessen

Hallo Leute,

wir wollen in Zukunft regelmäßig Biografien von Opfern des Nationalsozialismus posten, um das Gedenken an die Menschen auch im Alltag aufrecht zu halten.

Abraham Ziegelstein (12.07.1879 – 11.07.1940), Schleinitzstr. 1

Abraham Ziegelstein wurde geboren am 12.07.1879 in Treis an der Lumda, welches sich in Hessen befindet.

Ab 1913 lebte er schließlich in Braunschweig wo er Inhaber einer Möbelhandlung in der Wendenstr. 69 war und kaufte später auch das Gebäude in dem sich diese befand.

Am 29.04.1918 heiratete er Käthe Katzenstein und lebte ab dem 06.05.1918 mit ihr zusammen in der Schleinitzstraße 1. Am 13.04.1919 wurde ihre Tochter namens Irene geboren.

Während die Nationalsozialisten immer mehr an Macht gewannen, setzte er sich für die Belange jüdischer Bekannte ein, welche ebenso wie er und seine Familie, immer mehr unter der Verfolgung zu leiden hatten. Wiederholt musste Abraham Ziegelstein Vernehmungen über sich ergehen lassen, bei denen er angab, dass er durch die zunehmende Bedrohungen um sein Leben fürchte. 1936 musste er die Möbelhandlung verkaufen.

In der Reichsprogromnacht (09.11.1938) wurde er Opfer der Gewaltakte und zusammen mit anderen jüdischen Braunschweigern verhaftet. Offiziell soll er am 27.11.1938 wieder entlassen wurden sein. Seine Tochter gab während eines in den 1950er Jahren stattfindenden Wiedergutmachungsverfahren an, dass die Zeit seiner Inhaftierung jedoch etwa 6 bis 8 Wochen betragen haben soll.

1939 musste er dann auch das Haus in der Wendenstraße verkaufen. Da die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch machte, wurde es letztendlich von einer Person namens Fritz Frost erworben.

Sein Versuch zusammen mit seiner Tochter Irene ins Ausland zu emigrieren, um der Verfolgung zu entkommen, scheiterte jedoch, da es nicht gelang für beide ein Visum zu bekommen. Lediglich Irene konnte nach England und anschließend in die USA auswandern.

Am 11.07.1940 nahm sich Abraham Ziegler das Leben.

Heute lässt sich nicht genau sagen wo genau er begraben liegt, da es zwei Gräber gibt. Ein Familiengrab für ihn und seine Frau und ein Ehrengrab.

Quelle: http://www.stolpersteine-fuer-braunschweig.de/abraham-adolf-ziegelstein/ (Recherche:  Jugendgruppe peer-leader Braunschweig, 2017)


Abgesagt: Fahrt in die Frauen KZ- Gedenkstätte Ravensbrück

+++Absage+++

Wir mussten leider unsere Exkursion in die KZ-Gedenkstätte Ravensbrück am 16.03.20 absagen. Wir versuchen sie zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Feministisches Bündnis Braunschweig
AStA der TU Braunschweig – Antifaschismus-Referat
AStA TU Braunschweig


Vortrag über die humanitäre Katastrophe auf dem Mittelmeer

Am 18. Februar 2020 kamen Dirk Sonnenschein von der Seebrücke Braunschweig und Julian Pahlke von der Sea Eye zu uns, um von ihrer Arbeit zu berichten

Auf Lesbos leben der Zeit 20000 Menschen im Geflüchtetenlager Moria, das für 4000 Menschen ausgelegt ist. Davon sind rund 40% Minderjährige. Jede Woche kommen neue Schreckensberichte aus den Lagern an der europäischen Außengrenze, in denen sich die Lage zu Pandemiezeiten immer weiter zuspitzt. Aus den libyschen Gefangenenlagern hört Mensch immer wieder erschreckende Berichte über Zwangsprostitution, Menschenhandel, Folter und Gewalt. Die humanitäre Katastrophe auf dem Mittelmeer nimmt auch 2020 kein Ende.

Dirk Sonnenschein von der Seebrücke Braunschweig hat von der Arbeit der Seebrücken in Deutschland berichtet und die Braunschweiger Probleme vorgestellt. Anschließend hat Julian Pahlke von der Sea Eye vom Alltag auf einem Seenotrettungsbot erzählt. In der anschließenden Diskussionsrunde konnten die Zuschauer den beiden Vortragenden viele Fragen beantworten.


Hingesehen!

Hingesehen!

Seit dem 9. März 2006 finden sie sich auch auf den Straßen Braunschweigs.
Stolpersteine – Die kleinen, goldfarbenen Gedenktafeln, die an das Schicksal der Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Zumindest war das so gedacht. Denn leider sind sie so in das Stadtbild integriert und wir so an sie gewöhnt, dass sie in der Hektik des Alltags kaum beachtet werden. Oder wann bist du das letzte mal an einem Stolperstein stehen geblieben? (Vom „Pokémon GO“-Spielen mal abgesehen.)

Darum forderte das Antifaschismusreferat am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, durch die Stolpersteine tatsächlich den Opfern zu gedenken.

Weil ein Stolperstein, ohne einen Betrachter der tatsächlich an den Menschen denkt, leider einfach nur ein Stein ist.


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