Archiv der Kategorie: Pressemitteilungen

Pressemitteilung zur polizeilichen Räumung des Audimax TU Berlin

„Wer Repression benötigt, konnte nicht überzeugen oder hat es – wie im Beispiel der TU – gar nicht erst versucht!“ (Gabriel Tiedje, AStA der TU Berlin)

Am gestrigen Montag kam es im Zuge des Tarifkonflikts der studentischen Beschäftigten mit den Hochschulen des Landes Berlin zur polizeilichen Räumung des besetzten Audimax durch die Hochschulleitung der TU Berlin. Dies ist nicht nur unverhältnismäßig – die Besetzung wurde im Rahmen eines Generalstreiks durchgeführt, verlief zu allen Zeiten friedlich und auch eine Gefahr von Sachbeschädigungen bestand nicht – sondern auch unverständlich. Zu allen Zeiten hatten sich die Studierenden gesprächsbereit und Willens gezeigt, bei ernsthaften Fortschritten im Tarifkonflikt, die Besetzung sofort zu beenden.

Die Forderungen der studentischen Beschäftigten, nach einer gerechteren Entlohnung für die Arbeit, die sie gerade in der Lehre, aber auch in der Forschung erbringen, ist absolut gerechtfertigt. Tatsächlich überrascht die Aktion des Präsidiums, gerade vor dem Hintergrund, dass im Vorfeld zur Räumung konstruktive Gespräche geführt wurden, doch sehr. Wir hoffen daher, dass die Universität zurück zu konstruktiven Lösungsansätzen findet und die Situation nicht gezielt (weiter) eskaliert.

Wir schließen uns der Einschätzung von Gabriel Tiedje vom AStA der TU Berlin an, in der es heißt: „Wer als teildemokratische Körperschaft des öffentlichen Rechts so auf legitime Studierendenproteste reagiert, hat keine Argumente mehr. Wer Repression benötigt, konnte nicht überzeugen oder hat es – wie im Beispiel der TU – gar nicht erst versucht!“

Als eine Universität, die sich zusammen mit der TU Braunschweig, der RWTH Aachen, der TU München und anderen Universitäten innerhalb der TU9 gerne als exzellent in Forschung und Lehre darstellen lässt, muss sich die TU Berlin die Frage gefallen lassen, wie der Erhalt von guter Lehre ohne eine gerechte und faire Entlohnung der Mitarbeitenden funktionieren soll? Wir solidarisieren uns daher mit den Forderungen der Studierenden in Berlin, kritisieren die polizeilichen Maßnahmen an der Universität und fordern die Universitätsleitungen der „TU9“ dazu auf sich ebenfalls zu positionieren. Wenn der eigene Anspruch und das Selbstverständnis, das durch den TU9 e.V. zur Schau gestellt wird, ernst gemeint ist, muss der bisherige Prozess kritisch aufgearbeitet und die jüngsten Geschehnisse an der TU Berlin verurteilt werden.

Pressemitteilung zur Besetzung des Fachbereichs Sozialökonomie an der Universität Hamburg

Quelle: HWPbesetzt, online verfügbar unter: https://bit.ly/2Huih6j

„Bessere Studienbedingungen europaweit, es geht nicht nur um Finanzierungsfragen!“

Gestern, am 17. April 2018, wurde das Gebäude des Fachbereichs Sozialökonomie der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Hamburg besetzt. Grund der Besetzung ist die Unterfinanzierung der Hochschule und die teils prekären Studienbedingungen für Studierende.

Der AStA der TU Braunschweig erklärt sich solidarisch mit den Besetzer*innen der HWP und sieht im Interesse der Studierendenschaft Handlungsbedarf zur Verbesserung der Studienbedingungen und finanziellen Situation, gerade der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, an Universitäten.

AStA-Mitglied Marc Jäger dazu „Es besteht großer Handlungsbedarf und das nicht erst seit der Besetzung der Atelierräume der HBK in Braunschweig vor einigen Monaten oder seit der gestrigen Besetzung des Fachbereiches Sozialökonomie an der Uni Hamburg. Es bröckelt an allen Ecken und Enden der Universitäten, angefangen von Anwesenheitspflichten und unmöglichen Studienbedingungen, über immer teurer werdenden und zu wenig bereitgestellten Wohnraum, über unterbezahlte Tarifverträge bis hin zu sanierungsbedürftigen Hörsälen“.

„Langfristig müssen wir auch an der TU Braunschweig Diskussionen, wie wir den Raum Universität gestalten wollen, führen, die in Hamburg bereits angestoßen wurden. Die HWP-Besetzung bringt die kategorische Unterfinanzierung und den Reformbedarf von Universitäten europaweit zum Ausdruck. Hierzu gehören nicht nur Finanzierungsfragen, sondern auch Forderungen nach Teilhabe und Demokratisierung, Barrierefreiheit und der sozialen Offenheit von Hochschulen wider durchökonomisierter Lernfabriken.“ so Wolki Meyer, Referentin für Hochschulpolitik, abschließend.

PM – Unterstützung der Petition „Kopf braucht Dach“ des DSW

„Der AStA der Technischen Universität Braunschweig unterstützt die Petition des Deutschen Studentenwerks (DSW) für bezahlbaren studentischen Wohnraum für . Im Mittelpunkt steht hierbei gerechtere Mieten für Studierende anzubieten. Die Ziele sind die Sanierung von den bereits bestehenden Wohnheimen und der Neubau von 25.000 weiteren Plätzen für Studierende. Neben großem eigenen finanziellen Aufwand, den die Studiwerke eingehen, benötigen sie dafür mehr Geld. Daher gibt es eine Forderung an den Bund und die einzelnen Bundesländer, dass weitere 1,45 Mrd. Euro bereitgestellt werden müssen. Die Anzahl der Studienplätze steigt seit Jahren, deswegen gilt es auch, die soziale Infrastruktur wie Wohnraum, Sozialberatungen und Mensen zu unterstützen. Ein vernünftiges Studium beinhaltet mehr als ein einfaches Dach über dem Kopf. Das Ziel ist eine Orientierung der Mieten an der BaföG-Wohnpauschale von 250 €.

In Braunschweig unterstützt die Stadt die Schaffung von neuem Wohnraum mit vielen Mitteln, doch auch sie und das Studentenwerk Ostniedersachsen benötigen Unterstützung vonseiten des Landes Niedersachsen, um weiterhin in diesem sozialen Feld positv regulieren zu können.

Als AStA und Studierendenschaft begrüßen wir die Forderungen des DSW, da diese Problematik auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen immer wieder thematisiert werden muss, um sie mittelfristig zu lösen. Das Recht auf Stadt bleibt für den AStA ein bedeutendes Ziel und die Diskussion darf nicht nur in der heißen Phase in jedem Wintersemester geführt werden.

Die Petition findet sich unter folgemden Internetlink auf der Kampagnenseite des DSW.

Für Rückfragen steht der AStA der TU gerne zur Verfügung.“

Solidarisches Wohnen in Braunschweig

Mit Anfang des Jahres 2018 beginnt in Braunschweig mit „Wohnen für Hilfe Plus“ ein Projekt zur Zusammenführung von studentischen Interessen mit denen von Senior_innen in Braunschweig und der Region, welches wir als Allgemeiner Studierendenausschuss der TU Braunschweig (AStA) absolut begrüßen. Das Studentenwerk Ostniedersachsen greift damit eine Idee auf, die in anderen Städten bereits etabliert ist und hilft, die Wohnraumsituation für Studierende zu entspannen. Es werden Verträge zwischen Senior_innen und Studierenden geschlossen, die beinhalten, dass die Studierenden im Alltag Aufgaben übernehmen und Hilfeleistungen erbringen, im Gegenzug erhalten sie vergünstigten Wohnraum. Als Faustregel gilt: Pro Stunde Hilfe im Monat wird die Miete für einen
Quadratmeter Wohnfläche erlassen. Auf diese Weise wird sonst ungenutzter Wohnraum erschlossen und sinnvoll genutzt und zugleich wird Menschen bei den Hürden des alltäglichen Lebens geholfen. Auch Familien mit Kindern oder alleinerziehende Eltern
können freie Räumlichkeiten anbieten und so Unterstützung in der
Betreuung erhalten. Marc Jäger, AStA-Vorstand dazu: „Wir sind bester Dinge, dass dieses Projekt von der Seite der Studierenden angenommen wird und damit hilft, die Wohnraumproblematik für viele Studis auf angenehme und solidarische Art zu lösen. Nun muss es unser Ziel sein, möglichst viele Senor_innen und Familien anzusprechen, die sich genauso vorstellen können, an diesem
wunderbaren Projekt teilzunehmen.“
 
Ein solidarisches Miteinander ist ein wichtiger Aspekt, um gemeinsam den
Wohnungsmarkt in Braunschweig zu entspannen. Der AStA der TU hofft daher
auf eine rege Beteiligung und wird versuchen, dass Projekt weiter
bekannt zu machen, um einen Teil zum Erolg beizutragen.
Weitere Informationen gibt es beim Studiwerk auf www.wfhplus.de oder auf
Anfrage unter den Kondaktdaten des AStA.
Pressespiegel:
RegionalBraunschweig

Pressemitteilung zum Koalitionsvertrag der SPD und CDU Niedersachsen

Wir als AStA haben den aktuellen Koalitionsvertrag der SPD und CDU Niedersachsen hinsichtlich der Themen, welche Studierende betreffen, durchgearbeitet. Dieser ist hier online unter dem Titel „Gemeinsam für ein modernes Niedersachsen – Für Innovation,Sicherheit und Zusammenhalt“ einzusehen.

Vorwort

Während auf Bundesebene immer noch das Koalitionschaos tobt, hat sich in Niedersachsen relativ un­aufgeregt eine große Koalition unter Führung der SPD zusammengefunden. Nun denn, die langjährigen Anfeindungen und unvereinbaren Positionen scheinen vergessen. Ganz versöhnlich und kollegial prä­sentierten Weil und Althusmann am 16. November den Koalitionsvertrag. Vom Verkauf von Fischkuttern (Punkt 4.12), über den Umgang mit Wolfs­schäden inkl. Reparationszah­lungen (Punkt 9.5) und der Verkehrsanbindung ostfriesischer Inseln (Punkt 7.19) scheint vieles ausführ­lich geregelt. Weniger konkret werden Punkte behandelt die wir als Studierendenver­tretung für sehr re­levant halten, wie beispielsweise die Hochschulfinanzierung und eine Neuregelung von Regelstudien­zeit oder Studiengebühren. Die meisten Punkte, welche die Hochschulen betreffen (Punkte/Seiten 3.1–3.9), sind zwar mit positivem Unterton for­muliert, sparen jedoch konkrete Konzepte oder Umsetzungen aus. Da es im Hochschulbereich bezüglich Sanierung, Aus- und Neubau um Summen in Milliardenhöhe geht, welche auch für ein Bundesland keine Peanuts sind, ist es unverständlich, warum sich hierzu nur lose Absichtserklärungen finden. Auch hinsichtlich der von uns eingebrachten Fragen und Forderungen an die Koalitionspartner, bezüg­lich des Dau­erthemas Wohnungsnot, der Positionierung zu BAföG auf Bundesebene, Wissenschafts­zeitvertragsgesetz (Befris­tung von HiWis/WiMis) finden sich keine konkreten Absichtserklärungen. So fehlt, obwohl sich sowohl die CDU als auch die SPD Niedersachsen beispielsweise gegen allgemeine Studiengebühren ausgesprochen haben, eine entsprechende Po­sitionierung im Koalitionsvertrag. Im Folgenden haben wir verschiedene Themen aufgegriffen und kommentiert, die wir als wichtig er­achten und von denen wir finden, dass sie im Koalitionsvertrag zu kurz kommen oder gänzlich fehlen.

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Stärkung des sozialen Wohnungsbaus und bezahlbarer studentischer Wohnraum!

Eine unserer Hauptforderungen war die Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus. Hierzu wird unter Punkt 6 „So­ziales“ im Unterpunkt 6 „Wohnungs- und Städtebau“ zwar vieles angedeutet, wie beispiels­weise die Ausweitung preisgünstiger Mietwohnungen, es bleibt aber offen, wie viel Geld nun tatsächlich in die Wohnraumförderung inves­tiert werden soll. Hierbei muss besonders darauf geachtet werden, dass keine Personengruppen, die durch den sozialen Wohnungsbau unterstützt werden sollen, gegen­einander ausgespielt werden. Grundsätzlich begrüßen wir, dass das Problem sozialer Wohnungsbau adressiert und als solches erkannt wurde, vermissen aber konkrete und ver­bindliche Forderungen. Studentischer Wohnraum kann einerseits durch die Studiwerke oder durch preisgünstige Wohnungen des sozialen Wohnraumbaus gestellt werden. Explizit wird unter Punkt 3 „Wissenschaft, Forschung, Kultur“ im Unterpunkt 8 „Ausbau studentischen Wohnraums“ festgehalten, dass es an studentischem Wohnraum in Niedersachsen mangelt und die „Sanierung und ggf. auch […] [der] Neubau von Wohn­raum“ forciert werde. Hier muss festgestellt wer­den, dass dieser Wohnraum nicht gegebenenfalls oder hypothetisch, sondern bereits faktisch benötigt wird. Durch eine Sanierung wird der gestiegene Bedarf an Wohnraum für Studierende nicht gedeckt; Der Ausbau muss deshalb zwingend thematisiert werden.

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Grundfinanzierung der Hochschulen

Es ist wichtig, dass die Hochschulen für ihre „neuen“ Aufgaben (third mission etc.) gut aufgestellt sind. In diesem Sinne ist die Erhöhung der Grundfinanzierung der richtige Ansatz. Berücksichtigt man aber den Umstand, dass die Hochschulen derzeit selbst in Hinblick auf ihre bestehenden Aufgaben chro­nisch unterfinanziert sind, muss es sich bei der Erhöhung um einen substanziellen Anstieg handeln. In diesem Sinne teilen wir die Forderung nach einer Verstetigung der Hochschulpaktmittel und einer zu­sätzlichen Kofinanzierung von Bundesmitteln. Der Exzellenzinitiative stehen wir nach wie vor kritisch gegenüber und plädieren dafür lieber die Grund­finanzierung zu erhöhen. Auch den Wunsch nach einer Veränderung der Steuerungsinstrumente gilt es kritisch zu begleiten, eine „Leistungsorientierung“ in Zusammenhang mit Bildung sehen wir als äußerst problematisch an.

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Umfassende Hochschulsanierung!

Wir begrüßen die Anerkennung der Bedeutung des Hochschulbaus in Niedersachsen. Es ist aus unse­rer Sicht ein richtiger und wichtiger Schritt, damit die Standorte strukturell gestärkt und Neubauprojekte angegangen werden können. Dabei gilt es klar zu beachten, dass die Finanzierung den Charakteren der einzelnen Standorte gerecht wird. Es muss konsequent der Sanierungsrückstau abgebaut und zu­gleich bedacht werden, welche Standorte besondere Gegebenheiten wie dezentrale Campusse oder hohen Denkmalschutz besitzen.

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Gute Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter_innen in der Wissenschaft!

Wir begrüßen ebenfalls, dass die neue Landesregierung die Arbeitsbedingungen aller an den Hoch­schulen tätigen Menschen verbessern möchte; Gerade für den wissenschaftlichen Nachwuchs mangelt es immer noch an verlässlichen Zukunftsperspektiven. Allerdings bleiben die Ideen relativ unkonkret und stellen eher Absichtsbekundungen dar. Wir sehen dies als zentralen Punkt an, da die Zufriedenheit der Mitarbeiter_innen unmittelbare Auswirkungen auf die Lehre und die Betreuung im Studium hat, schließlich haben Studierende in ihrem Studium nicht nur mit Professor_innen, sondern vor allem auch mit wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen und Mitarbeiter_innen aus Technik und Verwaltung zu tun. Zentrale Hebel sehen wir hierbei in der besseren Entlohnung und der konsequenten Entfristung der Ar­beitsverhältnisse.

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Betreuungsverhältnis verbessern!

Wir begrüßen, dass die erhöhte Grundfinanzierung für eine Verbesserung der Betreuungsverhältnisse an den Hochschulen genutzt werden soll, fragen uns allerdings, ob dies auch zusätzliche Stellen mit sich bringen wird. Will man Betreuungsverhältnisse nachhaltig verbessern, geht dies nur durch die Schaffung unbefristeter zusätzlicher Vollzeitstellen. Hiermit wird man auch der Forderung nach ge­sicherten Karriereperspektiven gerecht.

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Das Konzept Regelstudienzeit reformieren!

Wir finden es schade, dass sich keine Aussagen zum Thema Regelstudienzeit findet, da wir die derzeit gelebte Praxis der Regelstudienzeit als falsch erachten. Ursprünglich gedacht als Orientierung, fungiert sie mittlerweile als starres Korsett, dessen Verletzung viele Nachteile für Studierende mit sich bringt. Schließlich orientieren sich das BAföG, Freiversuchsregelungen und gegebenenfalls Stipendien etc. daran.

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Studiengebühren/ Langzeitstudiengebühren abschaffen

Dies ist eng verzahnt mit der Problematik der Langzeitstudiengebühren. Leider findet sich im Koalitions­vertrag keine Aussagen zur Abschaffung dieser; Insgesamt fehlt ein klares Bekenntnis zur Ablehnung jeglicher Studiengebühren. Wir fragen uns wo die Forderung der SPD bleibt, „Bil­dung darf nichts kos­ten“.

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Offener Hochschulzugang und Chancengleichheit

Deutlich wird dies auch im Bereich Durchlässigkeit und Offenheit der Hochschulen. Ohne konkrete In­halte bleiben es hohle Phrasen. Wer zusätzliche Fachkräfte wünscht, muss Rahmenbedingungen schaffen, die es prinzipiell jede_m ermöglicht zu studieren. Oder wie es 1971 zur Einführung des BAföG hieß, die Begabungsreserve zu mobilisieren und Chancengleichheit herzustellen. Angesichts starrer Altersgrenzen beim BAföG, sowie in Krankenkassentarifen, und einer eklatanten Diskrepanz zwischen der Höhe der BAföG-Bedarfssätze und den tatsächlicher Lebenshaltungskosten von Studie­renden sehen wir, genau wie das Deutsche Studentenwerk im Mai 2017, großen Reformbedarf. Für eine zunehmend heterogene Studierendenschaft gibt es keine Musterlösung (mehr). Eine zeitge­mäße Hochschulpolitik muss sich daran messen lassen, wie es ihr gelingt, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den individuellen Lebensumständen der Studierenden gerecht werden. Dazu zählen ne­ben den bereits angeführten finanziellen Aspekten auch die der Chancengleichheit, Barrierefreiheit und diskriminierungsfreien Räume. Diese sind die Grundlage, damit jede_r Studierende, unabhängig von den jeweiligen Startbedingungen, über die gleichen Voraussetzungen verfügt. Die Vereinbarkeit des Studiums und der Betreuung von Kindern und Familienangehörigen, das Teilzeit- oder berufsbegleiten­den Studium und die Rolle der Präsenz im Allgemeinen sind weitere wichtige Sachverhalte. Wer die Herausforderungen des lebenslangen Lernens und der steten Weiterbildung ernst nimmt, muss bspw. Antworten auf die Frage finden, wie ein (Wieder-)Einstieg in ein Studium auch noch jenseits der Dreißig möglich ist. In diesem Zusammenhang unterstützen wir die Forderung nach einer Digitalisierungoffensive. Digitale Lehr- und Lernformate haben durch ihre Unabhängigkeit von Zeit und Raum das Potenzial die geschil­derten Einschränkungen ein Stück weit einzuhegen. Auflösen werden sich die Probleme allein durch die anstehende Digitalisierung allerdings nicht.

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Bedarfsorientiertes Lehramtsstudium

Wir freuen uns, dass Inklusion im Bereich des Lehramtsstudiums eine wichtige Rolle einnimmt. Eine Verankerung dieses Schwerpunktes in der Ausbildung ist ein klares Bekenntnis zu der Bedeutung die­ses Themas. Skeptisch sind wir bei den Bedarfs-und Prognoseänderungen. Hier muss es ein sorgfälti­ges Abwegen des Kultusministeriums in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur geben, welche den Austausch auf Bundesebene suchen, um mittelfristig die richtigen Anpassun­gen zu treffen. Dies gilt es zu beachten, um die Zukunftsperspektive von potentiellen Studierenden in diesem Bereich nicht unbegründet einzuschränken.

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Ausbau der politischen Bildung durch die Landeszentrale für politische Bildung

Als begrüßenswert empfinden wir den Vorstoß für die Landeszentrale für politische Bildung einerseits die Mitteln aufzustocken und andererseits das Netzwerk mit allen Trägern der Erwachsenenbildung auszubauen. Um eine erhöhte Partizipation der Bevölkerung zu erreichen, ist eine dezentrale unpartei­ische politische Bildungseinrichtung – und eben der Ausbau dieser – ein wichtiger Faktor.

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Schlusswort

Insgesamt finden wir es schade, dass im Koalitionsvertrag Bildung vor allem aus der Perspektive schu­lischer Bildung heraus betrachtet wird (das ganze Kapitel 2). Der Bereich der akademischen Bildung wird deutlich kürzer und nur randständig behandelt, da der Fokus auf Schlagwörtern wie Leistungsori­entierung, Innovationskraft, Digitalisierung und allgemein Forschung zu liegen scheint. Selbst das The­ma Wissenstransfer (third mission etc.) bzw. generell die gesellschaftliche Verantwortung der Hoch­schulen wird von einer Verwertungslogik aus gedacht. Wir finden, eine Hochschule ist mehr als eine output-orientierte Wissenschaftsfabrik. Mit freundlichen Grüßen Der AStA der TU Braunschweig

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Die Pressemitteilung gibt es hier auch noch einmal als pdf-Datei.

 

Solidarität mit den Studierenden der HBK

Gestern Abend kam es in der Blumenstraße zur Besetzung von Räumlichkeiten der Hochschule für Bildende Künste (HBK) durch ihr eigenen Studierenden. Dieses Handeln resultiert aus einem hochschulinternen Konflikt zwischen dem Präsidium und Teilen der Studierendenschaft, welcher seit Monaten schwelt. Dabei geht es darum, dass die HBK keinen 24 Stunden Zugang zu den Ateliers und Werkräumen für ihre Studierenden mehr ermöglicht. Damit haben viele Studierende Probleme, da Kunst nicht wie andere akademische Disziplinen in straffen Zeitplänen entstehen kann und Freiräume braucht. Eine Weiterführung in den eigenen Räumlichkeiten ist zudem teilweise aufgrund der Größe der Werke nicht möglich und ein stetiger Zugang zu diesen somit umso wichtiger. Dieses Bestreben ist notwendig, damit sich die künstlerischen Energien der Studierenden sinnvoll entfalten können
Die Besetzenden schreiben hierzu auf ihrem Blog:
„Wir wollen aber nicht nur unsere Forderung nach jederzeit zugänglichen Ateliers durchsetzen, wir wollen mehr. Wir haben Visionen und Ideen für die HBK Braunschweig, die mehr sind als technokratische Optimierungen. Wir haben den Wunsch nach einer sozialen, lebenswerten Hochschule, die der Mittelpunkt unseres Lebens und Teil der Stadt ist. Diese Ideen werden wir jetzt verfolgen. […] Wir wollen Teil des sozialen Lebens im westlichen Ringgebiets sein. Wir werden in der Blumenstraße einen Infopoint einrichten und ein regelmäßiges Programm veranstalten, zu dem wir alle einladen und das wir öffentlich kommunizieren. […] Die ersten öffentliche Plenen finden am 17.10. Um 22:00 Uhr und am 18.10. Um 11:00 Uhr in der Blumenstraße statt“ […] Wir wollen die nächste Zeit in der Blumenstraße nutzen, um gemeinsam zu überlegen, wie wir die HBK Braunschweig weiterentwickeln möchten.“ (Selbstverwaltete Blumenstraße 24/7 Für Alle! online verfügbar unter: http://blumenstrasse36.blogsport.de)
Wir als Allgemeiner Studierendenausschuss der TU solidarisieren uns mit dem Wunsch nach diesen FreiräumenStudieren darf nicht durch vermeidbare Hürden gestört werden und nun gilt es für das Präsidium der HBK einzulenken. Ob TU oder HBK, wir sehen uns darin verpflichtet, die berechtigten Forderungen von Studierenden in Braunschweig und anderswo zu bekräftigen und unterstützen. Gerade nach der Landtagswahl gilt es auch für die Politik, dort einen studierendenfreundlichen Weg zu finden. Wir hoffen, dass auch weitere Forderungen und Wünsche anderer Studierendengruppen der HBK in dem Protest Platz finden können.

Couchsurfing nimmt die nächste Welle mit!

Wie schon in den vergangenen Jahren steht erneut die „Couchsurfing“-Aktion vom Allgemeinen Studierendenausschuss an. Diese Aktion dient dazu, die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zum Beginn jedes Wintersemesters etwas zu entspannen und damit einen guten Start ins Studium zu sichern. Es werden kurzfristig Schlafplätze auf der Couch oder dem Gästezimmer angeboten und Erststudierende können so vorübergehend eine Übernachtungsmöglichkeit finden. Unter https://exchange.asta.tu-braunschweig.de können sich Suchende und Anbietende anmelden. Dabei können die Anbietenden den Zeitraum frei bestimmen. Gibt es ein passendes Angebot zur Nachfrage, wird zwischen beiden der Kontakt hergestellt und die Daten werden aus unserer Plattform gelöscht. Die Auswahl erfolgt dabei durch den AStA, so dass nur passende Kombinationen zusammenfinden.

Diese Aktion hat sich seit mehreren Jahren als erfolgreich herausgestellt und funktioniert ganz einfach. Es kann nur eine Notlösung sein um die Probleme akut zu bekämpfen, daher bleibt es für uns auch mit Blick auf die Landtagswahl sehr wichtig, dass sozialer Wohnbau in der Stadt gestärkt und gefördert wird.

Wir freuen uns auf eine breite Solidarität bei den Menschen in Braunschweig und möchten bereits jetzt unseren Dank aussprechen.

Hier noch einmal der Link.

Resolution der Studierendenschaft der TU Braunschweig zum „Deutschlandseminar“ der Burschenschaft Thuringia.

„Wir als Studierendenschaft sehen uns der kritischen Wissenschaft verpflichtet. Das bedeutet unbequeme Meinungen auszuhalten, den Blick über den Tellerrand gleiten zu lassen und strittige Thesen auf Richtigkeit zu prüfen. Dennoch gibt es unantastbare Werte, die von einer Universität wie auch ihrer Studierendenschaft getragen werden müssen. Diese Werte basieren auf dem Grundkanon einer reflektierten und weltoffenen Wissenschaftlichkeit, die Ihre Niederschrift in §2 der Grundordnung der TU Braunschweig findet: „Die TU Braunschweig setzt sich bei ihrer Aufgabenerfüllung und universitären Arbeit für eine Gesellschaft ein, die frei ist von Diskriminierung, Rassismus, Volksverhetzung und Sexismus.“

Das anstehende „Deutschlandseminar“ der Burschenschaft Thuringia am 1.7.2017 steht mit dem geplanten Programm gegen diese Werte. Es wurden Redner eingeladen, welche teils extrem rechte Vergangenheiten besitzen oder noch heute aktiv in solchen Kreisen sind, ohne entsprechende Vertreter_innen anderer Positionen zu Wort kommen zu lassen. Wenn niemand bereit ist, sich gegen solche Redner zu stellen, wäre eine logische Konsequenz gewesen, dieses Seminar abzusagen. Ein gedanklicher Austausch und Reflexion verschiedener Standpunkte zu diesem politischen Thema ist damit nicht mehr gegeben und die eingangs skizzierte kritische Wissenschaftlichkeit verletzt.

Dass es keinerlei Einsicht von Seiten der Burschenschaft Thuringia dahingehend gibt und diese zugleich auch kein Problem damit hat, aktive Neo-Nazis zu der Veranstaltung zuzulassen, verurteilen wir als Studierendenschaft diese Veranstaltung und fordern eine Absage des Seminars.

Deshalb  rufen wir alle Student*innen, Professor*innen, Dozent*innen und Mitarbeiter*innen auf, mit uns gemeinsam dieser Forderung Nachdruck zu verleihen.

Die Universität ist ein Platz der Wissenschaft und kein Platz für Ideologien!

Wer die Resolution unterschreiben möchte, möge eine kurze Nachricht an asta@tu-bs.de schicken.

Unterzeichnende:

Studierendenschaft der Technischen Universität Braunschweig

Gremien/Vereinigungen:

Studierendenparlament der TU,

Allgemeiner Studierendenausschuss,

Bunte Fachschaftenliste,

DIE LISTE TU Braunschweig,

durchgedreht24,

Fachgruppe Biotechnologie,

Fachgruppe Mathematik,

Fachgruppe Sozialwissenschaften,

Fachschaft der Carl-Friedrich-Gauß-Fakultät,

Fachschaft der Fakultät für Architektur, Bauingenieurwesen und Umwelt

Kooperationsstelle Hochschulen – Gewerkschaften Region SON an der TU Braunschweig,

StipendiatInnen Gruppe der Hans-Böckler-Stiftung Braunschweig

Verein Deutscher Studenten Braunschweig (VDSt Braunschweig)

Prof. Dr.-Ing. Christian Hühne (Leiter des Instituts für Adaptronik und Funktionsintegration),

MdP Clemens Raddatz (Bunte Fachschaftsliste),

Dana Tholen (Institut für Sozialwissenschaften),

Derk Trei (Institut für Sozialwissenschaften),

MdP Jana Brettin (Bunte Fachschaftenliste),

MdP Janine Könitz (Bunte Fachschaftenliste),

MdP Johannes Starosta (Bunte Fachschaftenliste),

MdP Jule Inja Jäger (Bunte Fachschaftenliste),

Konrad Lind (AStA-Vorstand),

Präsident des Studierendenparlaments Laurenz Raddatz (Liste Biotechnologie),

MdP Lisa-Marie Brause (Maschbau),

MdP Liv Rittmeier (Institut für Adaptronik und Funktionsintegration),

MdP Luis Fernández Laser (Maschbau),

Marc Jäger (AstA-Vorstand),

Marco Brysch (Institut für Adaptronik und Funktionsintegration),

Marianne Putzker (Kooperationsstelle Hochschulen – Gewerkschaften),

MdP Maximilian Hahn (AStA-Vorstand, Die LISTE TU Braunschweig)),

Melanie Nowak (Institut für Angewandte Pflanzenbiologie),

Prof. Dr.-Ing. Michael Sinapius (Institut für Adaptronik und Funktionsintegration)

Viezepräsidentin des StuPa Mimi Lange (Die LISTE TU Braunschweig)),

Nils Gräfer (AstA-Vorstand),

Petra Wiesinger (AStA-Vorstand),

MdP Philip Bugarski (Löwen),

MdP Philip Senkpiel (Bunte Fachschaftenliste),

MdP Phillipo Bauer (Bunte Fachschaftenliste),

MdP Sören Meier (Die LISTE TU Braunschweig),

MdP Stefan Czybik (AstA-Vorstand, Bunte Fachschaftenliste),

Stefanie Böhm (Kooperationsstelle Hochschulen – Gewerkschaften)

Fachgruppenrat Informatik

Offene Antwort auf die Stellungnahme der Burschenschaft Thuringia

Offene Antwort auf die Stellungnahme der Burschenschaft Thuringia zu unserer Pressemittelung „Deutschlandseminar als Vernetzungort der Neuen Rechten?!

Wir als Allgemeiner Studierendenausschuss begrüßen es, dass sich die Burschenschaft Thuringia zu unserer klaren Kritik des von ihr veranstalteten Deutschlandseminars äußert. Leider sehen wir nach Auseinandersetzung mit ihrer Stellungnahme unsere Bedenken bestätigt und in keinster Weise widerlegt. Um dies klarzumachen, werden wir hier die Aussagen der Thuringia aufführen und welche Probleme dabei bestehen bleiben.

Zu erst möchten wir über unsere Beweggründe für die Organisation des diesjährigen Seminars berichten, welche nicht wie behauptet darin lagen „an der Universität einen Ort der Vernetzung für Angehörige der Neuen Rechten und Rechtsextremen zu schaffen.“ sondern möchten wir Interessierten, dem humboldtschen Bildungsideal folgend, ein Forum zur politischen Diskussion und Weiterbildung zur Verfügung stellen, und freuen uns über Teilnehmer aus allen politischen Lagern, damit im Anschluss an die Vorträge eine angeregte Diskussion stattfinden kann.“

Die Konzeption des Seminars ist von der Thematik, den Referenten, dem Rahmenprogramm und den geduldeten Gästen eindeutig kein politisches Forum für verschiedenste Menschen, sondern ein klares Vernetzungselement. Wir werden persönlich anwesend sein, um diesen Eindruck zu bestätigen oder zu widerlegen, momentan sehen wir die Behauptung als einen schwachen Versuch, den klaren Vorwürfen den Wind aus den Segeln zu nehmen.

„An dieser Stelle möchten wir kurz auf die Definition des Rechtsextremismus laut der Bundeszentrale für politische Bildung eingehen, in der für Rechtsextremisten generell gelte diese „lehnen die freiheitlich-demokratische Grundordnung ab und wolle − auch unter Anwendung von Gewalt − ein autoritäres oder gar totalitäres staatliches System errichten,[…]“. Wir als Burschenschafter sehen uns in „ideologischer Kontinuität“ zu den Revolutionären von 1848 und den Freiheitskämpfern der napoleonischen Kriege; die burschenschaftlichen Grundsätze stehen diametral zu einer rechtsextremen Einstellung, weshalb wir Rechtsextremismus entschieden ablehnen.“

Eine Positionierung gegen rechtsextreme Tendenzen ist für uns schwierig bei einer Burschenschaft, welche der „Deutschen Burschenschaft“ vorsitzend ist. So urteilt der Verfassungsschutz aus Hamburg im Jahr 2014; „Die Entwicklung zeige nach Ansicht des Verfassungsschutzes, dass „in erster Linie liberal-konservative Burschenschaften“ austräten „und den in der BG organisierten, zum Teil rechtsextremistisch beeinflussten Bünden innerhalb der DB das Feld überlassen“ würden.“

Ein klares Bekenntnis gegen Rechtsextremismus wäre ein Austritt aus diesem Dachverband, statt den Vorsitz einzunehmen.

Zu unseren Referenten möchten wir anmerken, dass die dargebrachten Ausführungen über die Gesinnung unserer Gästelediglich auf dem Trugschluss der Kontaktschuld beruhen, und nicht auf konkreten Hinweisen. Die Redner wurden von uns bewusst so gewählt, dass diese auch „unbequeme“ bzw „verfemte“ Meinungen vertreten, welche oft aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen werden. Letztendlich kann man seine Meinung nur bilden, indem man sich auch mit konträren Meinungen auseinandersetzt.“

Eine Kontaktschuld klammert vollkommen die Vergangenheit und auch die aktuelle politische Arbeit der einzelnen Referenten aus, statt „Hinweisen“ lässt sich eine klare Kontinuität feststellen. Gleiches gilt für das Publikum der letzten Vorträge, bei denen eindeutig Personen aus dem politisch extrem rechten Spektrum anwesend waren. Hier Trugschlüsse zu unterstellen ist nur ein Versuch, unsere Urteilsfähigkeit in Frage zu stellen, ohne auf genannte Kritikpunkte an den Personen einzugehen. Im einzelnen:

Speziell möchten wir anmerken, dass jeder, der die Publikationen von Herrn Dr. Dr. von Waldstein gelesen hat, ihm nur schwer eine extremistische Einstellung vorwerfen kann.“

Die neusten Publikationen von Herrn Dr. Dr. von Waldstein lassen sich im Verlag Antaios finden [1]. Dort werden Werke veröffentlicht, die der Neuen Rechten zuzuordnen sind und gleichzeitig versuchen ebenso Leser_innen aus der extremen Rechten zu binden [2]. Dazu ist der Hauptverantwortliche dieses Verlags auch im neu-rechten „Institut für Staatspolitik“ aktiv. Dieses gilt als Think Tank dieser politischen Strömung und dürfte auch der Burschenschaft Thuringia bekannt sein, da dieses Institut in den „Burschenschaftlichen Blättern“, der Publikation der Deutschen Burschenschaft als Literaturempfehlung auftaucht. Wir sehen auch keine verharmlosende „Kontaktschuld“ durch eine Person, die in ihrem Leben mehrere hohe Ämter in den Kreisen der NPD inne hatte [3][4] und auch heute keine Scheu zeigt [5], die Verbindung in die rechte Szene zu pflegen. Eine Auseinandersetzung mit seinem neusten Werk „Metapolitik“ zeigt ein klares Andocken an rechte Ideologie und ebenso lobt es die „Identitäre Bewegung“.

Auch Herr Nagel hat das Verhalten einiger PEGIDA-Teilnehmer in Wien mit der Bezeichnung „Volldeppen“ öffentlich verurteilt.„

Herr Nagel mag einige Teilnehmer_innen von PEGIDA in Wien abgelehnt haben, zeigt aber seine politische Ideologie in verschiedensten Essays und Texten. Hier sei als Beispiel sein offener, biologisch begründeter Rassismus aufgeführt, den er erst in diesem Jahr im Artikel „Gentest: Einhundert Prozent Europäisch“ zur Schau stellt. Letztgenannter Artikel wurde im rechten Internetmagazin „Blaue Narzisse“ veröffentlicht, ebenfalls bekannt als Quelle in den „Burschenschaftlichen Blättern“. [6]

Und die Tatsache, dass ein Anwalt, wie Herr Dr. Clemens, nicht dieselbe Einstellung wie sein Mandant haben muss, ist ebenfalls selbstverständlich.

Das ist eine Freiheit, die jedem Anwalt zusteht. Bedenklich bleibt die Vergangenheit und das politische Engagement von Dr. Clemens welches keinerlei Distanz offenbart. Hier sehen wird vor allem einen Versuch die Freiheit der Mandant_innen-Wahl als Argument zu bringen, um von den anderen politischen Tätigkeiten abzulenken. Für politische Akteure der NPD die Verteidigung zu übernehmen, bedeutet zugleich eine Partei zu unterstützen, welche laut Bundesverfassungsgericht „verfassungsfeindlich und wesensverwandt mit dem Nationalsozialismus sei“ [7].

Wir sehen deshalb die Sorge um eine rechtsextreme Einstellung unserer Referenten als unbegründet an.“

Wir als AStA sehen diese weiterhin als begründet an. Die Auseinandersetzung mit den Vorwürfen gegenüber den Referenten fällt minimal aus und versucht nur auf simple Weise die Kritik abzuwehren, ohne sie zu widerlegen. Bei den politischen Aktivitäten der einzelnen Referierenden finden wir dies äußert dürftig, um von einem anderen Charakter der Veranstaltung, als dem einer rechten Vernetzung, zu überzeugen.

Die „Ideologische Kontinuität“ zu vorigen Seminaren ist definitiv gegeben und von uns gewünscht, wir sehen keinen Anlass zur Umbennenung dieser 14. Auflage des von uns veranstalteten Deutschlandseminares. Jedoch möchten wir hervorheben, dass bei den vergangenen Seminaren stets eine ausgewogene Auswahl an Rednern eingeladen wurden, exemplarisch dafür sei zum Beispiel das Seminar 2004 zu nennen an dem bekannte Politiker der SPD beziehungsweise der Grünen referierten, und im folgenden Jahr diskutierte ein christlicher Pfarrer mit einem islamischen Gelehrten.“

Wir sehen diese Auflistung als wenig überzeugend, da die Liste der kritischen Referierenden umso länger ist. Gerne können wir die kritikwürdigen Einstellungen der einzelnen Personen mit weiteren Details unterfüttern, aber wir gehen davon aus, dass dieses momentan nicht von Nöten ist. Es seien nur Personen wie Dr. G. Zehm, Dr. K.H. Weißmann, F. Uhle-Wettler, Professor E. Schlee, Professor Dr. K. Hornung genannt. Diese, da eine kurze Recherche im Internet ihren politischen Hintergrund offenbart. Wir haben uns auch in unserer Stellungnahme nicht weiter auf PMS Wolf bezogen, dessen künstlerische Ästhetik eine eindeutige politische Konnotation besitzt.

Die uns ebenfalls bewusste Einseitigkeit der diesjährigen Veranstaltung geht nicht auf einen Mangel an Initiative unsererseits zurück, sondern haben wir bis zum heutigen Tag noch keine Rückmeldung mehrerer eingeladener Organisationen, welche sich für Integration einsetzen, erhalten.

Wir bemühen uns deshalb weiterhin Referenten für bisher nicht auf dem Seminar vertretene Positionen zu finden.“

Da sich weder auf der Homepage des Deutschlandseminars, noch bei Facebook zu dem Seminar oder der Burschenschaft selber auch nur ein Hinweis darauf finden lässt, dass es einen Versuch gibt, dass Programm mit einer Gegenposition zu versehen, scheint diese Aussage eher als Feigenblatt. Bei der bisherigen Melange der Referenten können wir aber auch nachvollziehen, wenn einzelne Personen nicht bereit sind, sich dieser Wand an Ideologie entgegenzutreten.

In wie fern wir durch die Veranstaltung dieses Seminars die Werte der TU Braunschweig verletzt und die internationale Studierendenschaft herabgewürdigt haben sollen, ist uns nicht bewusst.

Zu der kritisierten Teilnahme einzelner Mitglieder der JN und Identitären Bewegung bei unseren öffentlichen Veranstaltungen möchten wir feststellen, dass die Kerneigenschaft einer öffentlichen Veranstaltung das Öffentlichsein ist, und unsere Türen deshalb an solchen Veranstaltungen jedem offen stehen.“

Wir sehen alle unsere Befürchtungen mit dem letzten Teil der Stellungnahme bestätigt. Es gibt mit diesem Seminar einen offenen Platz für Neonazis und andere Personen aus der extremen Rechten. Genau der größte Vorwurf wird damit nur bestätigt und es ist von großer Bedeutung dies kritisch zu begleiten. Die Thuringia öffnet ihre Tür für Faschist_innen und wir werden das nicht schweigend tolerieren.

[1] https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/reihe-kaplaken/15715/metapolitik.-theorie-lage-aktion

[2] Hajo Funke (unter Mitarbeit von Ralph Gabriel): Von Wutbürgern und Brandstiftern. AfD – Pegida – Gewaltnetze. vbb, Berlin 2016, ISBN 978-3-945256-64-0, S. 123.

[3] http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13514666.html

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Thor_von_Waldstein#cite_ref-1

[5] Alexander Häusler: Mut zur Wahrheit? Entstehungskontext, Entwicklung und gesellschaftspolitische Positionen der „Alternative für Deutschland“. Expertise im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes, erstellt vom Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus der FH Düsseldorf, Berlin 2014, S. 70.

[6] http://www.blauenarzisse.de/gentest-einhundert-prozent-europaeisch/[7] [7] [7] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/npd-bundesverfassungsgericht-verbietet-rechtsextreme-partei-nicht-a-1130311.html

PM Internationale Studierende

Referat für internationale Studierende des AStA der TU Braunschweig
Bundesverband ausländischer Studierender
Koordinationsstelle der „Heute nur Stammgäste-Aktion“

Pressemitteilung: Internationale Studierende fordern fraktionsübergreifenden Ratsantrag zum Thema „rassistischen Einlasskontrollen“

Referat für internationale Studierende des AStA der TU Braunschweig (PM download pdf)

Gestern hat der Rat der Stadt Braunschweig bei nur drei Ja-Stimmen und einer Enthaltung einen Antrag der Fraktion „Die Linken“ abgelehnt, mit dem die Verwaltung gebeten werden sollte, „innerhalb der nächsten 6 Monate Tests in den Braunschweiger gastronomischen Betrieben und Diskotheken durchzuführen“, um die Einhaltung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz in Verbindung mit dem Niedersächsischen Gaststättengesetzes zu überprüfen. Dabei sei „insbesondere die Diskothek „Schwanensee“ zu berücksichtigen und „Verstöße gegen das Diskriminierungsverbot (…) mit dem gesetzlich festgelegten Bußgeld von bis zu 10.000 Euro zu ahnden.“ Sollte es zu weiteren Verstößen kommen, sei „eine Gewerbeuntersagung zu prüfen.“
„Angesichts unserer langjährigen Diskriminierungserfahrungen bedauern wir sehr, dass der Antrag der Fraktion „Die Linke“ abgelehnt wurde. Für uns ist es Alltag, an den Türen zahlreicher Braunschweiger Diskotheken mit fadenscheinigen Begründungen abgewiesen zu werden“, sagt, Younouss Wadjinny, Referent für Integration,kulturellen Austausch und  Antidiskriminierungsarbeit der Bundes Verband Ausländische Studierende.
„Wir hatten es daher sehr begrüßt, dass vor einiger Zeit mit einer Änderung des Niedersächsischen Gaststättengesetz (NGastG) endlich die rechtliche Grundlage geschaffen wurde, überhaupt entsprechende Kontrollen durchführen zu können, und die Verwaltung im April diesen Jahres begonnen hat, diese sogar ohne Ratsbeschluss eigenständig durchzuführen“, fügt  Younouss Wadjinny
Nach Angaben der Stadt wurden zu diesem Zwecke jeweils zwei Personen „mit erkennbaren Migrationshintergrund“ sowie zwei Vergleichspersonen nacheinander losgeschickt, um Einlass in die Diskotheken zu erhalten. In vier Fällen seien die Testpersonen mit Migrationshintergrund im Gegensatz zur alters- und kleidungsmäßig vergleichbaren Kontrollgruppe nicht in die Diskotheken hinein gelassen worden. Den städtischen Mitarbeitern, die daraufhin Gespräche mit dem Einlasspersonal und teilweise mit den Betreibern der Diskotheken führten, seien keine nachvollziehbaren und sachlichen Gründe für die Einlassverweigerung genannt
worden. Laut Stadt bestehe daher der Verdacht, dass die Vorgehensweise der Diskotheken gegen § 11 Abs. 1 Nr. 4 NGastG verstoßen könnte und es wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
„Unserer Ansicht nach, ist es nun äußerst wichtig, dass es nicht dabei bleibt. Schließlich besteht von offizieller Seite aus bisher ’nur‘ ein Anfangsverdacht rassistischer Einlasskontrollen, den es jetzt weiter zu überprüfen gilt. Wir halten es daher für extrem wichtig, dass weitere Kontrollen stattfinden, und hätten uns ein deutliches Zeichen gewünscht, dass dies auch vom Rat der Stadt so gewünscht wird. Menschen mit Migrationshintergrund in Braunschweig hätte dies signalisiert, dass in dieser Stadt Diskriminierung nicht geduldet wird und sie hier willkommen sind“, sagt  Younouss Wadjinny
„Diese Kontrollen sind wichtig! Genauso wichtig wie andere Kontrollen: ob es um Jugendschutz geht, Polizeikontrollen, Hygienekontrollen oder was sonst relevant ist für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Diese Kontrollen sollen dauerhaft und transparent bleiben. Es geht dabei um universelle Werte, die wir hoffentlich alle vertreten, und Gesetze, die wir alle im Rechtsstaat zu respektieren haben“, ergänzt Maimouna Ouattara, Sprecherin der Bundes Verband Ausländische Studierende.
„Wir hätten es daher sehr begrüßt, wenn der Rat der Stadt Braunschweig dem Antrag der Fraktion „Die Linke“ zugestimmt oder wenigstens einen ähnlich lautenden Beschluss gefasst hätte, der die Verwaltung auch ganz offiziell beauftragt, weitere Kontrollen durchzuführen“, fügt Maimouna Ouattara hinzu.
Das Referat für internationale Studierende und der Bundesverband ausländischer Studierender lädt aus diesem Grund alle demokratischen Parteien und Fraktionen im Braunschweiger Stadtrat zu einer Podiumsdiskussion ein, um in dieser Sache hoffentlich doch noch eine gemeinsame politische Lösung zu finden und sich auf einen fraktionsübergreifenden Antrag zu dieser Thematik zu verständigen. Termin ist der 31.05.2017 um 19 Uhr im Raum SN 19.1 im Altgebäude der TU Braunschweig
Zusätzlich haben das Referat für internationale Studierende des AStA der TU Braunschweig und der Bundesverband ausländischer Studierender in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik ein Projekt durchgeführt, um eine Webseite zu entwickeln, die das Thema „rassistische Einlasskontrollen“ bekannt machen wird. Das Projekt läuft unter dem Namen: „Weltoffene Clubs“ und wird im Rahmen der Podiumsdiskussion am 31.05.2017 vorgestellt werden.
„Aufgrund der rassistischen Einlasskontrollen in einigen Braunschweiger Diskotheken haben wir uns zudem dazu entschieden, auch eigene Partys unter dem Motto „Weltoffene Party“ zu organisieren. Bei diesen sind alle Menschen herzlich willkommen, die friedlich zusammen feiern wollen und zwar unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht und Religion. Die erste in dieser Reihe wird am 20.05.2017 um 20 Uhr im Restaurant Tegtmayer stattfinden. Andere Events werden folgen“, schließt Rohit Patel vom Referat für internationale Studierende des AStA der TU Braunschweig.
Email: auslandsreferat@tu-braunschweig.de