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Antifaschismusreferat

Wir als Antifaschismusreferat sprechen uns gegen Faschismus und jede Form der Diskriminierung aus. Mit unseren Bildungs- und Diskussionsveranstaltungen möchten wir an der TU Braunschweig einen Beitrag leisten, die öffentliche Auseinandersetzung mit diesen Themen voranzutreiben und verborgene, diskriminierende Strukturen offenzulegen.

Kontaktieren könnt ihr uns unter: 
asta-antifareferat@tu-braunschweig.de
Sprechzeiten nach Vereinbarung

Online-Vortrag: Klimaleugnung, Klimaskepsis und die Rechte

Online-Vortrag am 9. Juli 2020 von 18:00Uhr bis 21:00Uhr

AfD, FPÖ und Co. bestreiten entweder den anthropogen verursachten Klimawandel oder sie sehen die Ursache für die Klimakatastrophe im Bevölkerungswachstum des globalen Südens. Je nach Adressat*innen bedienen sich die (extrem) rechten Akteur*innen unterschiedlicher Strategien. Hierzu zählt die Diffamierung von Aktivist*innen als hysterisch oder psychisch labil ebenso wie die Erzählung einer im Verborgenen operierenden (jüdischen) Elite. Gleichzeitig bemühen sich die antidemokratischen Kräfte mit Argumenten des Naturschutzes und Begriffen wie „Verspargelung der Landschaft“ und „Vogelsterben“ um die Windkraftgegner*innen.

Im Rahmen des Vortrags werden (extrem) rechte Akteur*innen und deren Positionen und Argumente im Themenfeld Klimapolitik vorgestellt sowie Gegenargumente präsentiert.

Der Vortrag wurde in Kooperation mit dem Antirassismusreferat organisiert. Wenn ihr teilnehmen möchtet, dann sendet bitte eine Mail an asta-antirareferat@tu-braunschweig.de. Den Veranstaltungslink bekommt ihr am Tag der Veranstaltung zugeschickt.


Gegen das Vergessen - Emmy Vosen

Elvira Vosen (25.10.1881 – 1944), Am Gaußberg 3

Elvira Vosen, gennant Emmy, wurde am 25.10.1881 in Schalke geboren. Nach verschiedenen Umzügen u.a. in Buer und Essen, zog sie am 04.06.1903 nach Braunschweig. Am 11.05.1912 wurde sie Besitzerin des exklusiven Damenkonfektionsgeschäftes „Modehaus Vosen“, welches sich am Kohlmarkt 5 befand. Im Obergeschoss des Gebäudes schneiderte Emmy persönlich die Ware, die sie im Untergeschoss verkaufte. Aufgrund der damals herrschenden Wohnungsknappheit, wurde Emmy vom Wohungsamt angewiesen in das Haus mit der Adresse „Am Gaußberg 2“ einzuziehen. Dort entstand eine mütterliche Freundschaft zu dem Nachbarsjungen namens Hans-Werner Rössing-Schmalbach. 1930 zog sie in das Nachbarhaus „Am Gaußberg 3“ um.

Der Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 traf auch das „Modehaus Vosen“. SA-Männer versuchten Leuten vom Betreten des Geschäftes abzuhalten, was jedoch auch auf Widerstand bei einigen BraunschweigerInnen stieß. Diese trotzten den Beschimpfungen und gingen zum Teil einfach nur aus Protest gegen den Boykott in das Modehaus.

Aufgrund der Beliebtheit des „Modehaus Vosen“ kauften weiterhin genügend Leute dort ein. Teilweise waren sogar die Ehefrauen hochangesehener Nationalsozialisten weiterhin Kundinnen. Daher hatte Emmy trotzdem keine Schwierigkeiten ihr Geschäft zu betreiben.

Dies wurde jedoch zu einem weiteren Schlag gegen sie und ihr Geschäft genutzt. 1935 wurden ihre Geschäftsbücher in Beschlag genommen, um herauszufinden wer weiterhin bei ihr einkaufte. Die Kundenlisten wurden veröffentlicht mit der Aufforderung die Betreffenden sozialer Ächtung auszusetzen. Als Emmy am 3.3.1939 um die Rückgabe ihrer Geschäftsbücher bat, wurde ihr mitgeteilt, dass diese nicht aufzufinden seien.

Am 31.3.1937 wurde in das Schaufenster des Modehauses das Wort „Jude“ eingeätzt. Täter war das NSDAP-Parteimitglied Josef Zoul, welcher von Beruf Schneider war. Da er dies jedoch ohne einen offiziellen Auftrag der Partei tat, galt dies als Sachbeschädigung und führte zu seiner einmonatigen Inhaftierung.

Ein weiterer Versuch Emmy zu schaden war, ihr anzuhängen, dass sie sich an dem Nachbarsjungen Hans-Werner Rössing-Schmalbach vergangen haben soll. Dazu wurde am Gaußdenkmal Kontkakt zu dem Jungen aufgenommen, woraufhin er mit einer Unterschrift bestätigen sollte, dass Emmy sich ihm unangemessen genähert haben soll. Jedoch brachte Hans-Werner den Mann, der ihn angesprochen hatte, dazu, ihn nach Hause zu begleiten. Dort wurde dieser von Hans-Werners Vater zurechtgewiesen, was eine Verhaftung Emmys verhinderte. Jedoch kam es dennoch zu Gerüchten und zu einer Rufschädigung, weshalb der Verkaufsraum des Modehauses vom Geschäftsmann Erich Unger übernommen werden musste und der Name des Modehauses geändert wurde. Aber Emmy hatte weiterhin die Gelegenheit im Obergeschoss Kleidung zu schneidern.

In der Pogromnacht (9.11.1938) wurde das Geschäft jedoch zerstört. Im selben Jahr wurde Emmy gezwungen in ein Judenhaus in der Ferdinandstr. 9 umzuziehen.

1939 verkaufte sie das Geschäft komplett an die Ehefrau von Erich Unger. Dieser war bereits 1938 verstorben. Während der Pogromnacht wurden ihm Verletzungen zugefügt, denen er am 12.12.1938 erlag, da Juden in Krankenhäusern nicht mehr medizinisch versorgt wurden,

Am 16.3.1943 wurde Emmy in das KZ Theresienstadt deportiert. Von dort aus meldete sie sich schriftlich bei der Familie des Nachbarsjungen Hans-Werner. In diesem Schreiben stellt sie ihre momentane Lage jedoch stark verharmlost dar.

„Meine sehr Lieben, heute habe ich Gelegenheit Ihnen recht herzliche Grüße zu senden. Hoffentlich geht es Ihnen so gut wie mir. Hab eine Reise, die mir unvergesslich bleiben wird, hinter mir. Bin immer noch im Haushalt beschäftigt.. Mein Koffer ist abhanden gekommen, besitze 1 Hemd, 1 Schlüpfer, 1 Rock, 1 Bluse. Jeden Sonntag wird gewaschen und frisch angezogen.“

1944 verstarb sie in Theresienstadt. Als Todesursache wurde Typhus angegeben.

Quelle: http://www.stolpersteine-fuer-braunschweig.de/namen/vosen/ (Recherche: Phillipp Jacob, Freie Waldorfschule 2011)


Nationalsozialistische Vergangenheit Braunschweigs: Das AOK-Gebäude

Hey Leute, heute wollen wir euch über einen Ort in Braunschweig informieren, der eine besondere Rolle in der nationalsozialistischen Vergangenheit Braunschweigs spielte.

Das AOK-Gebäude (Am Fallersleber Tore 3-4) wurde am 27. März 1933, nach Auseinandersetzungen mit einem anderen nationalistischen Wehrverband (den Stahlhelmen), durch die SA in Besatz genommen. Von da an wurde es von ihr verwendet, um politische Gegner*innen in Verwahrung zu nehmen und brutalen Misshandlungen auszusetzen.

Da es besonders in Braunschweig eine hohe Anzahl an Anhänger*innen oppositioneller Parteien gab, wurde hier besonders darauf geachtet den politischen Widerstand durch Einschüchterungstaktiken niederzuschlagen. Im Jahr 1933 kam es wiederholt zu gewalttätigen Razzien, bei denen die Unterstützer*innen gegnerischer Parteien verhaftet und anschließend im AOK-Gebäude festgehalten und gefoltert wurden.

Am 29. Juni 1933 veranstaltete die KPD in Braunschweig eine illegale Flugblattverteilung. Aus diesem Grund wurden erneut Razzien durch mehrere SS-Truppen durchgeführt. Da diese in Zivilkleidung waren, geschah es, dass zwei Truppen versehentlich aufeinander das Feuer eröffneten. Dabei wurde der SS-Mann Gerhard Landmann erschossen.

Der Unfall wurde genutzt, um die politische Verfolgung der Oppositionellen zu rechtfertigen, indem behauptet wurde, KPD-Anhänger*innen seien für den Tod Landmanns verantwortlich. Die daraufhin noch verstärkte Verfolgung der politischen Widerständler*innen wird als „Landmannwelle“ bezeichnet. Unterstützer*innen der KPD, welche mit dem Vorfall nichts zu tun hatten, wurden verhaftet und in das AOK-Gebäude gebracht und misshandelt.

Einen Tag vor dem Staatsbegräbnis Landmannskam es am 4. Juli zu den sogenannten „Rieseberg-Morden“. Da die Parole der Nationalsozialisten lautete „10 für einen“ (für einen getöteten Nationalsozialisten sollten zehn Kommunisten sterben), wurden zehn der unschuldig Inhaftierten zum Pappelhof bei Rieseberg gebracht und nach weiteren Folterungen ermordet. Bei der 1945 durchgeführten Exhumierung der Opfer fand man jedoch noch die Überreste einer elften Person, deren Identität nicht eindeutig geklärt ist.

Die Opfer der Rieseberg-Morde waren:

  • Behme, Herrmann
  • Bley, Julius
  • Grimminger, Hans
  • Heinemann, Kurt
  • Liesegang, Reinhold
  • Ludwig, Wilhelm
  • Römling, Walter
  • Schmidt, Gustav
  • Staats, Alfred
  • Steinfaß, Willi

Zusätzlich wird vermutet, dass das elfte nicht-identifizierte Opfer ein Student namens Ludwig Hirsch war.

Quelle: http://www.vernetztes-gedaechtnis.de/


Gegen das Vergessen

Hallo Leute,

wir wollen in Zukunft regelmäßig Biografien von Opfern des Nationalsozialismus posten, um das Gedenken an die Menschen auch im Alltag aufrecht zu halten.

Abraham Ziegelstein (12.07.1879 – 11.07.1940), Schleinitzstr. 1

Abraham Ziegelstein wurde geboren am 12.07.1879 in Treis an der Lumda, welches sich in Hessen befindet.

Ab 1913 lebte er schließlich in Braunschweig wo er Inhaber einer Möbelhandlung in der Wendenstr. 69 war und kaufte später auch das Gebäude in dem sich diese befand.

Am 29.04.1918 heiratete er Käthe Katzenstein und lebte ab dem 06.05.1918 mit ihr zusammen in der Schleinitzstraße 1. Am 13.04.1919 wurde ihre Tochter namens Irene geboren.

Während die Nationalsozialisten immer mehr an Macht gewannen, setzte er sich für die Belange jüdischer Bekannte ein, welche ebenso wie er und seine Familie, immer mehr unter der Verfolgung zu leiden hatten. Wiederholt musste Abraham Ziegelstein Vernehmungen über sich ergehen lassen, bei denen er angab, dass er durch die zunehmende Bedrohungen um sein Leben fürchte. 1936 musste er die Möbelhandlung verkaufen.

In der Reichsprogromnacht (09.11.1938) wurde er Opfer der Gewaltakte und zusammen mit anderen jüdischen Braunschweigern verhaftet. Offiziell soll er am 27.11.1938 wieder entlassen wurden sein. Seine Tochter gab während eines in den 1950er Jahren stattfindenden Wiedergutmachungsverfahren an, dass die Zeit seiner Inhaftierung jedoch etwa 6 bis 8 Wochen betragen haben soll.

1939 musste er dann auch das Haus in der Wendenstraße verkaufen. Da die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch machte, wurde es letztendlich von einer Person namens Fritz Frost erworben.

Sein Versuch zusammen mit seiner Tochter Irene ins Ausland zu emigrieren, um der Verfolgung zu entkommen, scheiterte jedoch, da es nicht gelang für beide ein Visum zu bekommen. Lediglich Irene konnte nach England und anschließend in die USA auswandern.

Am 11.07.1940 nahm sich Abraham Ziegler das Leben.

Heute lässt sich nicht genau sagen wo genau er begraben liegt, da es zwei Gräber gibt. Ein Familiengrab für ihn und seine Frau und ein Ehrengrab.

Quelle: http://www.stolpersteine-fuer-braunschweig.de/abraham-adolf-ziegelstein/ (Recherche:  Jugendgruppe peer-leader Braunschweig, 2017)


Abgesagt: Fahrt in die Frauen KZ- Gedenkstätte Ravensbrück

+++Absage+++

Wir mussten leider unsere Exkursion in die KZ-Gedenkstätte Ravensbrück am 16.03.20 absagen. Wir versuchen sie zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Feministisches Bündnis Braunschweig
AStA der TU Braunschweig – Antifaschismus-Referat
AStA TU Braunschweig


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